Über das Fliehen in der Verfolgung
De fuga in persecutione
Inhalt
- 1. Cap. Die Christenverfolgungen sind nicht bloss als Veranstaltungen des Teufels aufzufassen, sondern richtiger auf die Zulassung und den positiven Willen Gottes zurückzuführen. Denn sie fördern die Gottesfurcht und den Glauben.
- 2. Cap. Der Teufel ist allerdings dabei in besonderer Weise thätig. Allein aus der h. Schrift ist ersichtlich, dass er niemand versuchen kann ohne die Zulassung Gottes.
- 3. Cap. In den Verfolgungen wird der Glaube gestärkt und bewährt. Darum ist Gott ihr Urheber.
- 4. Cap. Man darf sich der Verfolgung schon aus dem Grunde nicht durch die Flucht entziehen, weil sie etwas von Gott Gewolltes ist.
- 5. Cap. Auch die Befürchtung, es könne uns in der Verfolgung an Standhaftigkeit fehlen, darf nicht als Grund zur Flucht gelten. Beispiel des Rutilius.
- 6. Cap. Die Matth. 10, 23 gegebene Weisung zu fliehen beschränkt Tertullian auf Judäa und die Personen der Apostel.
- 8. Cap. Christus selbst wich der Verfolgung nur aus, um sein Lehramt zu Ende führen zu können. Nachdem dies geschehen war, ging er in den Tod, obwohl er die Schwäche des Fleisches anerkannte. Er bat um das Vorübergehen des Kelches, nahm ihn dann aber sogleich an.
- 9. Cap. Die Apostel ermahnen in ihren Schriften nirgends zur Flucht, aber oft zur Standhaftigkeit. Dasselbe thut der Paraklet.
- 10. Cap. Andere Gründe, warum man nicht fliehen soll. Halb gekämpft zu haben, ist immer noch besser, als geflohen zu sein. Man muss doch einmal sterben, und seiner Bestimmung kann man nicht entrinnen.
- 11. Cap. Noch weniger als den gewöhnlichen Gläubigen steht den Hirten die Flucht an, den Bischöfen, Priestern und Diakonen.
- 12. Cap. Ob man sich durch Bestechung der Beamten vor der Verfolgung frei kaufen dürfe?