Über die Auferstehung des Fleisches
De resurrectione carnis
Inhalt
- 1. Cap. Die Lehre von der persönlichen Fortdauer des Menschen nach dem Tode und seiner Auferstehung sind Hauptdogmen des Christentums. Widerspruchsvolles Verhalten der Heiden und ihrer Philosophen in diesem Lehrstücke.
- 2. Cap. Es gibt auch innerhalb des Christentums Sekten, welche die Auferstehung verwerfen. Zusammenhang dieses Irrtums mit den von Tertullian in früheren Schriften bekämpften Irrlehren.
- 3. Cap. Von den Gemeinbegriffen darf man nur das gelten lassen, was mit den Offenbarungslehren harmoniert; sonst verfällt man in Häresie.
- 4. Cap. Triviale Räsonnements auf Grund der Gemeinbegriffe sind bei Heiden und Häretikern besonders in betreff der Auferstehungslehre gewöhnlich.
- 5. Cap. Der Leib des Menschen hat auch seine Vorzüge und Auszeichnungen so gut wie die Seele, vor allem die, von Gott, oder doch wenigstens mit Gottes Zulassung erschaffen worden zu sein.
- 6. Cap. Es ist also Erdenstaub, der durch die formende Hand Gottes geadelt und dazu bestimmt wurde, in der Inkarnation von Christus angenommen zu werden.
- 7. Cap. Er ist, nachdem er von Gott die Form des Menschenleibes erhalten hat, nicht mehr blosser Staub, sondern zu einer bessern Substanz erhöht. Er dient der Seele als Werkzeug, Gehilfe und Genosse in allen Bethätigungen derselben und ist ihr höchst notwendig dabei.
- 8. Cap. Er hat sogar bei der Erlangung des Seelenheils in hervorragender Weise Anteil.
- 9. Cap. Gott kann den menschlichen Leib unmöglich verabscheuen, sondern muss ihn werthalten.
- 10. Cap. Die hl. Schrift räumt ihm bei allem Tadel seiner Schwachheit doch auch Vorzüge ein.
- 11. Cap. Übergang zum eigentlichen Thema. Die . schöpferische Macht Gottes. Zur Auferstehung des Leibes ist nur eine Wiederherstellung desselben nötig, die jedenfalls leichter ist als seine erste Erschaffung.
- 12. Cap. Analogien für die Auferstehung aus der Natur.
- 13. Cap. Der Vogel Phönix ein Beleg für die Auferstehung.
- 14. Cap. Ob hinreichende Ursachen zur Wiederherstellung des Leibes vorhanden seien?
- 15. Cap. Alle Handlungen des Menschen, die guten und die bösen, gehören dem Leibe und der Seele gemeinschaftlich an. Folglich muss auch die Belohnung und die Strafe beiden miteinander zuteil werden.
- 16. Cap. Um dieser Konsequenz zu entgehen, machen die Häretiker geltend, der Leib sei nur ein bewusstloses und willenloses Werkzeug der Seele.
- 17. Cap. Wenn nach der Tertullianischen Psychologie die Seele auch schon einen Seelenkörper besitzt, so ist doch zur Vollständigkeit der Vergeltung ihrer Thaten in jener Welt nichtsdestoweniger die Wiederherstellung des Leibes nötig, da er an allen ihren Handlungen Anteil genommen hat.
- 18. Cap. Rückblick. Übergang zum Schriftbeweis. Schon der Name „Auferstehung der Toten“ sagt hinlänglich, was dieselbe sei.
- 19. Cap. Die Häretiker suchen sie zu einer blossen Allegorie abzuschwächen, oder gestehen nur zum Schein eine Auferstehung zu.
- 20. Cap. Sie behaupten mit Unrecht, die Propheten redeten nie im eigentlichen Sinne, sondern immer bildlich.
- 21. Cap. Dass die Verheissung der Auferstehung allegorisch gemeint sei, ist aus Vernunftgründen nicht anzunehmen.
- 22. Cap. Einige Häretiker wollen unter Auferstehung die Erlangung der richtigen Erkenntnis Gottes verstanden wissen. Das geht nicht, weil die Propheten und Christus dieselbe ans Ende der Welt verlegen.
- 23. Cap. Die hl. Schrift kennt zwar auch eine Auferstehung im geistigen Sinne, aber dieselbe ist nicht die letzte, eigentliche Auferstehung, welche in den Briefen der Apostel immer noch als etwas Zukünftiges erscheint.
- 24. Cap. Fortsetzung.