Armenische Väter · Beschreibung des Lebens und Sterbens des hl. Lehrers Mesrop · Kapitel 25
Nicht als ob wir von alter Überlieferung belehrt und nach Schriften dies verfaßt hätten. Nein, wir sind Augenzeugen geworden dieser [Lebens]bilder und gegenwärtig bei den geisterfüllten Werken und Hörer der gnadenvollen Lehre und dienen jener nach den Geboten des Evangeliums. Nicht als lügenhafter Schönredner habe ich in meinen Worten über meinen Vater gehandelt, sondern, das Häufigere beiseite lassend und aus dem Hervorragenden auserwählend, haben wir das [gemeinsam] Gegebene[?] geordnet. Das ist nicht nur uns, sondern auch denjenigen, welche die Verhandlungen lesen, offenbar. Denn wir vertrauten nicht, alle ihre im Bunde vollbrachten Werke einzeln [darzustellen], sondern auf das Gewandtere und Gefälligere, auf das Apostolische, darauf haben wir uns beschränkt. Und indem wir an den vielfachen Früchten der Heiligen vorbeigingen, erzählen wir, um [es] kurz zu machen, die Umstände für die Darstellung des Bedeutungsvolleren, nicht irgendwie zur Ehre der Heiligen Gottes, welche durch das in allem ruhmvolle und lebenspendende Kreuz gekennzeichnet, ihre Ehre empfangen haben, sondern zum stärkenden Vorbild für ihre geistigen Söhne und diejenigen, welche mit denselben noch zur Jüngerschaft gelangen werden von Geschlecht zu Geschlecht.
232 Und nun ist die Zahl des Glaubens der Seligen fünfundvierzig Jahre und von der Schrifterfindung der Armenier bis zum Tode des Heiligen fünfunddreißig Jahre. Diese werden so gezählt: Nachdem Dismon als König der Perser sechs Jahre und Jesdegerd einundzwanzig Jahre regiert hatte, und im ersten Jahre des zweiten Jesdegerd, des Sohnes Behrams, beschloß der Heilige sein Leben. Und nun umfaßt die Zahl der Jahre des heiligen Glaubens [die Zeit] vom vierten Jahre des Königs Kerman bis zum ersten Jahre des zweiten Jesdegerd, des Sohnes Behrams; und die Schrift der Armenier nimmt den Anfang vom siebten Jahre Jazkerts Je[sdegerds]. – Christus, dem menschenliebenden, sei Ehre in Ewigkeit. Amen.