Armenische Väter · Homilie über die Auferweckung des Lazarus · Kapitel 7
Wahrlich, unschuldige Lämmer waren die Jünger; was sie sahen, wußten sie, und wen sie hörten, dem glaubten sie, aber die göttlichen Gedanken vermochten sie nicht zu erfassen. „Herr,“ so sprachen sie, „wenn er schläft, dann wird er gerettet.“ Viele Kranke schlafen und werden nicht gerettet; auch gibt es solche, die nicht schlafen und doch gerettet werden. O Schmeichelei der Unwissenden. Die Gewalt, die das Verborgene kennt, wollten sie ermutigen! Sie wußten, daß der Herr dieses Haus liebt und in dem Haus am meisten den rechtschaffenen Lazarus. Sie wünschten keineswegs, daß eine Heimsuchung über ihren Vertrauten käme. Deswegen erbarmte sich der Herr ihrer eher als des Lazarus. Er enthüllte 14 seine verborgenen Gedanken und sagte offen: „Lazarus, unser Freund, ist gestorben.“ Damit sie nicht plötzlich erschüttert würden und in Klagen oder in Rufe oder in Tränen über seine Worte ausbrächen, fügte er unverweilt an die Trauerworte den erquickenden Trost an: „Und um euretwillen freue ich mich, daß ich nicht dort war, damit ihr glaubet.