[Forts. v. 266 ] Dieser Mann war jenen fünf Männern bei dem Weibe nicht nachgefolgt. Wo er nämlich nicht nachfolgt, herrscht der Irrtum. Denn wenn die Seele anfängt, die Vernunft zu gebrauchen, wird sie entweder von einem weisen Verstande gelenkt oder vom Irrtum, aber der Irrtum lenkt nicht, sondern führt ins Verderben. Nach den fünf Sinnen also irrte das Weib noch, und der Irrtum schüttelte sie. Der Irrtum aber war nicht der gesetzliche Mann, sondern ein Buhler; darum spricht zu ihr der Herr: „Du hast mit Recht gesagt: Ich habe keinen Mann. Denn du hast fünf Männer gehabt“; die fünf Sinne des Fleisches haben dich zuerst geleitet; du bist zum Alter des Vernunftgebrauches gelangt, aber du bist nicht zur Weisheit gelangt, sondern in den Irrtum gefallen. Also nach jenen fünf Männern „ist der, den du hast, nicht dein Mann“. Und was war er, wenn er nicht der Mann war, als ein Buhler? „Rufe“ also nicht den Buhler, sondern „deinen Mann“, damit du mich durch den Verstand erfassest, nicht durch den Irrtum von mir etwas Falsches denkest. Denn noch irrte das Weib, die an das Wasser dachte, indes der Herr bereits vom Heiligen Geiste sprach. Warum irrte sie, als weil sie einen Buhler, nicht einen Mann hatte? Schaffe also den Buhler hinweg, der dich verführt hat, und „geh und rufe deinen Mann“. Rufe ihn und komm, damit du mich verstehst.