Unzertrennlich sind also die Werke des Vaters und des Sohnes. Aber* dies: „Der Sohn kann nichts von sich selbst tun“, ist gerade soviel, als wenn er sagen würde: der Sohn ist nicht von sich selbst. In der Tat, wenn er Sohn ist, so ist er geboren; wenn er geboren ist, so ist er von dem, von dem er geboren ist. Aber doch hat er einen ihm Gleichen gezeugt. Denn dem Zeugenden fehlte nichts noch suchte er eine Zeit, um zu zeugen, der einen Gleichewigen zeugte, noch suchte er eine Mutter, um zu zeugen, der das Wort aus sich hervorbrachte, noch ging der zeugende Vater dem Alter nach dem Sohne voran, um einen jüngeren Sohn zu zeugen. Vielleicht sagt einer, nach vielen Jahrhunderten habe Gott in hohem Alter einen Sohn bekommen. Wie der Vater ohne Alter, so ist auch der Sohn ohne Wachstum; weder ist jener alt geworden, noch dieser gewachsen, sondern der Gleiche erzeugte den Gleichen, der Ewige den Ewigen. Wie, sagt einer, der Ewige den Ewigen? Wie die zeitliche Flamme ein zeitliches Licht erzeugt. Von gleichem Alter aber ist die erzeugende Flamme mit dem Lichte, welches sie erzeugt, und es geht die erzeugende Flamme der Zeit nach dem erzeugten Lichte nicht 348 voran, sondern sobald die Flamme anfängt, fängt auch das Licht an. Gib mir eine Flamme ohne Licht, und ich gebe dir Gott den Vater ohne den Sohn. So also verhält es sich mit den Worten: „Der Sohn kann nichts von sich selbst tun, außer was er den Vater tun sieht“, weil das Sehen des Sohnes das Geborensein vom Vater ist. Nicht etwas anderes ist sein Sehen und etwas anderes seine Substanz, noch auch etwas anderes seine Macht und etwas anderes seine Substanz. Alles, was er ist, ist vom Vater: alles, was er kann, ist vom Vater, weil, was er kann und ist, eins* ist und alles vom Vater ist.