Wir haben im heiligen Evangelium den Herrn reden und sagen hören: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Knecht ist nicht größer als sein Herr, und der Apostel ist nicht größer als der, welcher ihn gesandt hat; wenn ihr dies wisset, selig seid ihr, wenn ihr es tut.“ Dies sagte er deshalb, weil er den Jüngern die Füße gewaschen hatte, der Lehrmeister der Demut durch Wort und Tat; aber wir werden das, was mühsamer zu erörtern ist, mit seiner Hilfe darlegen, wenn wir uns nicht bei dem, was klar ist, aufhalten. Nachdem nun der Herr dies vorausgeschickt hatte, fügte er bei: „Nicht von allen rede ich; ich weiß, welche ich erwählt habe, sondern daß die Schrift erfüllt werde: Der das Brot mit mir ißt, wird seine Ferse wider mich erheben“. Was heißt dies anders als: er wird mich niedertreten? Es ist klar, von wem er spricht; auf Judas, seinen Verräter, wird angespielt. Also hatte er diesen nicht erwählt, und darum scheidet er ihn von denjenigen, die er erwählte, durch diese Rede aus. Was ich also sage: „Selig seid ihr, wenn ihr es tut, sage ich nicht von euch allen“; es ist unter euch einer, der nicht selig sein und das nicht tun wird. „Ich weiß, welche ich erwählt habe.“ Welche anders als jene, die selig sein werden durch Vollbringung dessen, was der gebot und als eine zu erfüllende Pflicht zeigte, der selig machen kann? Der Verräter Judas, sagt er, ist nicht erwählt. Wie sagt er also an einer andern Stelle: „Habe 812 ich euch nicht als Zwölfe erwählt, und einer von euch ist ein Teufel“? Oder ist vielleicht auch er zu etwas erwählt, wozu er eben notwendig war, nicht aber zur Seligkeit, von der er jetzt spricht: „Selig seid ihr, wenn ihr es tut“? Dies sagt er nicht von allen, denn er weiß, welche er zur Teilnahme an dieser Seligkeit erwählt hat. Zu diesen gehört der nicht, der sein Brot so aß, daß er die Ferse wider ihn erhob. Jene aßen als Brot den Herrn, dieser aß das Brot des Herrn gegen den Herrn; jene aßen das Leben, dieser Strafe. „Denn wer unwürdig ißt“, sagt der Apostel, „ißt sich das Gericht“. „Jetzt“, spricht er, „sage ich es euch, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschehen ist, glaubet, daß ich es bin“, d. h. ich bin derjenige, von dem jenes Schriftwort vorausging, wo es heißt: „Wer mit mir das Brot ißt, wird die Ferse gegen mich erheben“.