Wie also ist zu verstehen: „Um was ihr immer bitten werdet, das werde ich tun“, wenn Gott manches den bittenden Gläubigen fürsorglich nicht tut? Oder sollen wir etwa annehmen, es sei bloß zu den Aposteln gesagt worden? Das sei ferne! Denn wie er dazu kam, es zu sagen, hatte er weiter oben ausgesprochen: „Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich tue, tun, und größere als diese wird er tun“, worüber wir in der vorigen Rede gehandelt haben. Und damit niemand sich dieses zuschreibe, fügte er, um zu zeigen, daß er auch jene größeren Werke selbst tue, hinzu und sprach: „Ich gehe zum Vater und, um was immer ihr bitten werdet in meinem Namen, das werde ich tun“. Haben etwa an ihn bloß die Apostel geglaubt? Zu denen also redete er bei den Worten: „Wer an mich glaubt“, unter welchen mit seiner Gnade auch wir sind, die wir sicherlich nicht alles, um was wir bitten, empfangen. Auch wenn wir an die seligen Apostel denken, finden wir, daß der, welcher mehr als alle arbeitete (nicht aber er, sondern die Gnade Gottes mit ihm), dreimal den Herrn 876 gebeten, daß der Satansengel von ihm weiche, und daß er dennoch nicht erlangt habe, um was er gebeten hatte. Was werden wir sagen, Geliebteste? Werden wir annehmen, dieses Versprechen, wo er sagt: „Um was immer ihr bitten werdet, das werde ich tun“, habe er nicht einmal den Aposteln gehalten? Und wem dann wird er, was er verheißen hat, erfüllen, wenn er seine Apostel in seiner Verheißung täuschte?