Als aber Johannes der Täufer sprach: „Denn nicht nach dem Maße gibt Gott den Geist“, redete er von dem Sohne Gottes selbst, dem der Geist nicht nach dem Maße gegeben wurde, da in ihm die ganze Fülle der Gottheit wohnt. Denn nicht ohne die Gnade des Heiligen Geistes ist der Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus; denn auch er selbst sagt, an ihm sei jenes prophetische Wort in Erfüllung gegangen: „Der Geist des Herrn ist über mir, darum hat er mich gesalbt; den Armen das Evangelium zu verkünden, hat er mich gesandt“. Daß er nämlich der dem Vater gleiche Eingeborene ist, ist nicht Sache der Gnade, sondern der Natur; daß aber in die Einheit der Person des Eingeborenen der Mensch aufgenommen wurde, ist Sache der Gnade, nicht der Natur, indem das Evangelium bekennt und sagt: „Der Knabe aber wuchs heran und ward stark, voll der Weisheit, und die Gnade Gottes war in ihm“. Den übrigen aber wird er nach dem Maße gegeben und, wenn er gegeben ist, 882 vermehrt, bis das einem jeden nach dem Grade seiner Vollkommenheit zustehende Maß voll ist. Darum mahnt auch der Apostel: „Nicht klüger zu sein, als es recht ist, klug zu sein, sondern klug zu sein in maßvoller Weise, wie einem jeden Gott das Maß des Glaubens verliehen hat“. Es wird ja nicht der Geist selbst geteilt, sondern die Gaben durch den Geist; denn es sind Verteilungen von Gnadengaben, der Geist aber ist derselbe.