[Forts. v. 909 ] Als Weinstock hat sich Jesus bezeichnet, und seine Jünger als Reben, und den Vater als Weingärtner, worüber wir schon kürzlich nach besten Kräften gehandelt haben. In dem heutigen Lesestück aber hat er, da er noch von sich, dem Weinstocke, und von seinen Reben, d. i. den Jüngern redete, gesprochen: „Bleibet in mir, und ich in euch“. Nicht so jene in ihm, wie er in ihnen. Beides aber nützt nicht ihm, sondern jenen. So nämlich sind die Reben im Weinstock, daß sie dem Weinstock nicht geben, sondern von ihm empfangen, um zu leben; so aber ist der Weinstock in den Reben, daß er ihnen die zum Leben notwendige Nahrung darreicht, nicht von ihnen erhält. Und darum ist beides den Jüngern zum Nutzen, nicht Christo, nämlich Christum bleibend in sich zu haben und in Christus zu bleiben. Denn wenn die Rebe abgeschnitten ist, kann aus der lebendigen Wurzel eine neue sprossen; die aber abgeschnitten ist, kann ohne Wurzel nicht leben.