Als der Herr seine Diener ermunterte, den Haß der Welt geduldig zu ertragen, da stellte er ihnen kein größeres und besseres Beispiel vor Augen als sich selbst; denn wie der Apostel Petrus sagt: „Christus hat für uns gelitten und uns ein Beispiel hinterlassen, damit wir in seine Fußtapfen eintreten“. Wenn wir das tun, dann tun wir es gewiß mit der Hilfe desjenigen, der gesagt hat: „Ohne mich könnt ihr nichts tun“. Kurz, zu welchen er schon früher gesagt hatte: „Wenn euch die Welt haßt, wisset, daß sie mich schon vor euch gehaßt hat“, zu diesen sagt er auch jetzt an der Stelle, die ihr bei der Verlesung des Evangeliums gehört habt: „Gedenket meines Wortes, das ich zu euch geredet habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr; wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie mein Wort gehalten haben, werden sie auch das eurige halten“. Indem er sagt: „Der Knecht ist nicht größer als sein Herr, zeigt er da nicht deutlich, wie wir verstehen sollen, was er früher gesagt hatte: „Ich nenne euch nicht mehr Knechte“? Siehe, er nennt sie ja Knechte. Denn was sonst heißt: „Der Knecht ist nicht größer als sein Herr; wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen“? Es ist also klar, daß jener Knecht, der nicht auf ewig im Hause bleibt, der die Furcht 938 pflegt, welche die Liebe austreibt, zu verstehen ist, wo es heißt: „Ich nenne euch nicht mehr Knechte“; hier aber, wo es heißt: „Der Knecht ist nicht größer als sein Herr; wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen“, jener Knecht gemeint ist, welcher die heilige Furcht pflegt, die da bleibt in Ewigkeit. Denn das ist der Knecht, der einst hören wird: „Wohlan, du guter Knecht, geh ein in die Freude deines Herrn“.