„Nachlassung der Sünden.“ Ihr habt das Symbolum in vollkommener Weise in euch, wenn ihr getauft werdet. Niemand sage: Ich habe Jenes gethan, vielleicht wird mir nicht vergeben! Was du auch gethan hast, wie groß es sei, und wenn du etwas Außerordentliches, etwas Schweres und Schauervolles gethan hast, an das du nur mit Schauder denken kannst, so hast du trotz alledem nicht Christus getödtet. Etwas Schlechteres als jene Frevelthat gibt es nicht, weil es auch nichts Besseres gibt als Christus. Welch 371 furchtbare That ist es, Christus zu tödten? Gleichwohl tödteten ihn die Juden; später glaubten viele an ihn und tranken sein Blut: es wurde ihnen die begangene Sünde nachgelassen. Wenn ihr getauft seid, so führet nach Norm der göttlichen Gebote ein gutes Leben, um die Taufgnade bis an’s Ende zu bewahren. Ich sage euch nicht, daß ihr hienieden ohne Sünde leben könnet; aber jene Sünden, von welchen dieses Leben nicht frei sein kann, sind läßliche. Die Taufe ist wegen aller Sünden eingeführt worden, das Gebet aber wegen der leichten, für uns unvermeidlichen Sünden. Was sagt das Gebet? „Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.“ Einmal werden wir abgewaschen durch die Taufe; täglich werden wir gereinigt durch das Gebet. Aber begehet ja Nichts, weßhalb ihr vom Leibe Christi getrennt werden müßtet. Das sei ferne von euch. Jene, welche ihr Buße thun sehet, haben Verbrechen begangen. Ehebrüche oder sonst ausserordentliche Unthaten; deßhalb thun sie Buße. Denn wenn ihre Sünden leichte wären, so würde zu ihrer Tilgung das tägliche Gebet genügen.
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