Zum zweiten Punkt aber, daß nicht durch unsere Fahrlässigkeit die Interessen der Kirchen den Feinden preisgegeben worden sind, will ich Deiner Gottseligkeit zu wissen tun, daß doch die mit uns in Gemeinschaft 169 stehenden Bischöfe uns ihre Unterstützung versagen, sei es aus Nachlässigkeit oder weil sie gegen uns einen unbegründeten Verdacht hegen, oder weil der Teufel sie an den guten Werken hindert. Gleichwohl sind wir ja der Mehrheit nach äußerlich miteinander verbunden, nach dem auch der wackere Bosporius sich uns angeschlossen hat. In Wahrheit aber unterstützen sie uns nirgends, nicht einmal im Notwendigsten, so daß auch der Mißmut darob zum guten Teil die Genesung aufhält, da schuld der wehen Trauer meine Krankheiten immer wieder sich einstellen. Was kann ich aber allein tun, da die Kanones, wie Du ja selbst weißt, Einem allein solche Maßnahmen nicht gestatten? Und wahrlich, welche Heilmittel habe ich nicht angewendet? An welches Gericht habe ich nicht erinnert — in Briefen und auch bei persönlicher Zusammenkunft? Auf das Gerücht von meinem Tode kamen sie sogar bis in die Stadt. Weil es aber Gott gefiel, daß wir von ihnen noch lebend angetroffen wurden, so legten wir ihnen ihre Pflichten ans Herz. In meiner Gegenwart zeigen sie Ehrfurcht und versprechen, in allweg ihre Pflicht zu tun. Haben sie sich aber entfernt, dann folgen sie wieder ihrem eigenen Kopf. Insoweit nehmen ja auch wir am allgemeinen Zustand der Dinge teil, als uns der Herr offenbar verlassen hat, weil mit der Zunahme unserer Sündhaftigkeit unsere Liebe erkaltet ist. Doch zu allem möge uns verhelfen Deine große und so viel vermögende Fürbitte bei Gott! Denn vielleicht können wir doch etwas Gutes in der Sache tun oder, wenn wir das Ziel nicht erreichen, doch dem Gerichte entgehen.