Einer von denen, die uns vielen Kummer bereiten, ist Eustathius von Sebaste in Kleinarmenien. Er war 316 einst ein Schüler des Arius, und als dieser in Alexandrien auf dem Höhepunkte stand und verruchte Lästerungen gegen den Eingebornen zusammenstellte, hing er ihm an und galt als einer seiner getreuesten Schüler. Kaum aber war er in seine Heimat zurückgekehrt, da überreichte er dem hochseligen Bischof Hermogenes von Cäsarea, der ihn wegen seiner Irrlehre zur Rechenschaft zog, ein Bekenntnis des gesunden Glaubens. So erhielt er von ihm die Handauflegung, lief aber nach dessen Hinscheiden zu Eusebius von Konstantinopel über, der gleichfalls so eifrig wie jener für die gottlose Lehre des Arius einstand. Hernach wurde er von dort aus irgendwelchen Ursachen vertrieben, kehrte zu seinen Landsleuten zurück und rechtfertigte sich wieder, indem er seine gottlose Gesinnung verbarg und in seinen Reden Rechtgläubigkeit heuchelte. Nachdem er zufällig zum Episkopat gelangt war, erschien er sofort wieder als der Mann, der auf der von ihnen veranstalteten Synode zu Ankyra eine Verdammungsschrift über das „Wesensgleich” (ὁμοουσίου) verfaßte. Von da kam er nach Seleucia und tat mit seinen Gesinnungsgenossen, was alle wissen. In Konstantinopel aber stimmte er wieder dem von den Häretikern vorgelegten Bekenntnis bei. Und so ersann er sich, seines Episkopates bereits verlustig gegangen, weil er zuvor schon in Melitene abgesetzt worden war, einen Weg zur Wiedereinsetzung, nämlich den Weg zu Euch. Was ihm aber vom hochseligen 317 Bischöfe Liberius vorgelegt wurde, und was das war, dem er beipflichtete, wissen wir nicht. Nur das wissen wir, daß er einen Brief mitbrachte, der ihn wieder einsetzte, und nach dessen Vorweis auf der Synode zu Tyana er seine frühere Würde wieder erlangte. Dieser nun zerstört jenen Glauben, auf Grund dessen er auf genommen wurde, ist eins mit denen, die das „wesensgleich” verwerfen, und ist Haupt der Sekte der Pneumatomachen. Weil ihm nun von dorther die Macht gekommen ist, die Kirchen zu mißhandeln, und weil er das von Euch ihm geschenkte Vertrauen zum Ruin des Volkes mißbraucht, so ist es notwendig, daß von dorther auch Abhilfe komme, und den Kirchen schriftlich angezeigt werde, unter welchen Bedingungen er aufgenommen wurde, wie er aber, jetzt umgefallen, die ihm von den damaligen Vätern erwiesene Gunst verscherzt.