Jedoch über ihre ängstliche Vorsicht hinsichtlich der Speisen, über ihren Aberglauben betreffs der Sabbate, über ihre Prahlerei mit der Beschneidung und über ihre Heuchelei hinsichtlich der Fasten und der164 Neumondsfeier, alles Dinge, die lächerlich und nicht der Rede wert sind, verlangst du, wie ich glaube, von mir keinen Aufschluss. Denn wie sollte es nicht unrecht sein, von dem, was Gott zum Gebrauche der Menschen geschaffen hat, das eine als gut geschaffen anzunehmen, das andere aber als unbrauchbar und überflüssig zurückzuweisen und wie sollte es nicht gottlos sein, Gott zu verleumden, als verbiete er, am Tage des Sabbates etwas Gutes zu tun? Sich aber mit der Verstümmelung des Fleisches als einem Zeugnis der Auserwählung zu brüsten, als ob man deswegen von Gott ganz besonders geliebt sei, verdient das nicht Spott? Dass sie ferner beständig auf die Sterne und den Mond achten, Beobachtungen über Monate und Tage anstellen, die Anordnungen Gottes und die wechselnden Zeiten nach ihrem eigenen Gutdünken abteilen, die einen zu Festen, die andern zur Trauerfeiern, wer möchte das für einen Beweis von Gottesfurcht und nicht vielmehr von Unverstand ansehen? Dass sich also die Christen mit Recht von dem allgemeinen Unverstande und Irrtum und von der jüdischen Vielgeschäftigkeit und Prahlerei fernhalten, das hast du, wie ich glaube, zur Genüge erkannt. Erwarte aber nicht, dass du das geheimnisvolle Wesen ihrer eigenen Gottesverehrung von einem Menschen erfahren kannst.