Ein junges Mädchen aus Busiris in Tripolis hatte ein schweres und abscheuliches Leiden; ihre Tränen nämlich und der Nasenschleim und die Ohrenflüssigkeit wurden, wenn sie zu Boden fielen, sogleich zu Würmern; auch ihr Körper war gelähmt und ihre Augen waren wider die Natur gebildet. Als ihre Eltern erfahren hatten, daß Mönche zu Antonius reisten, da baten sie im Vertrauen auf den Herrn, der die Blutflüssige geheilt hatte, mit ihrer Tochter sich ihnen anschließen zu dürfen. Diese ließen es geschehen; die Eltern blieben mit dem Kinde außerhalb des Berges, bei Paphnutius, dem Bekenner und Mönch. Die Brüder aber gingen 745 hinein, und als sie eben von der Jungfrau berichten wollten, kam Antonius ihnen zuvor, erzählte das Leiden des Kindes und daß es mit ihnen gereist sei. Als diese dann baten, es möchte auch den Eltern gestattet werden, herein zu kommen, da erlaubte er dies zwar nicht, er sagte aber: “Gehet zurück, und ihr werdet sie geheilt finden, wenn sie nicht gestorben ist. Denn nicht mein ist die gute Handlung, weshalb sie zu mir, dem armseligen Menschen, kommen müßte, sondern die Heilung ist das Werk des Erlösers, der überall sein Erbarmen zeigt denen, die ihn anrufen. Und ihr hat der Herr auf ihr Gebet Gehör geschenkt, mir aber hat seine Menschenfreundlichkeit geoffenbart, daß er das Leiden des Kindes, während es noch dort weilt, heilen will.” Und das Wunder geschah wirklich; sie gingen hinaus und fanden die Eltern voll Freude, das Kind aber war gesund von dieser Stunde an.