Dadurch sind schon häufig Irrlehren entstanden, und sie entstehen noch, indem der verkehrte Sinn keinen Frieden hat, indem widerspenstige Untreue an der Einheit nicht festhält. Daß dies aber geschieht, erlaubt und duldet der Herr; denn die Selbständigkeit des eigenen freien Willens bleibt unbeschränkt, damit die unverletzte Treue der Erprobten in hellem Lichte erstrahlt, 143 indem die Unterscheidung der Wahrheit unsere Herzen und Sinne prüft. Durch den Mund des Apostels spricht der Heilige Geist im voraus die Mahnung aus: „Es muß auch Irrlehren geben, damit die Erprobten offenbar werden unter euch“. So werden die Treuen erprobt, so die Treulosen entlarvt, so werden schon vor dem Tage des Gerichts auch hier bereits die Seelen der Gerechten und der Ungerechten geschieden und von dem Weizen die Spreu gesondert. Daher stammen sie, die sich eigenmächtig vor einer Versammlung von zusammengelaufenen, unbesonnenen Leuten ohne göttliche Verordnung als Vorsteher aufwerfen, die sich ohne irgendwelche gesetzliche Weihe als Vorgesetzte aufstellen, die den Namen eines Bischofs sich anmaßen, ohne daß ihnen jemand die bischöfliche Würde übertragen hätte. Sie bezeichnet der Heilige Geist in den Psalmen als die, die auf dem Stuhle der Pestilenz sitzen, als die Pest und Seuche des Glaubens, die mit dem Munde der Schlange täuschen, und als Meister in der Entstellung der Wahrheit, die mit ihren verderbenbringenden Zungen tödliches Gift ausspeien. Ihre Rede frißt um sich wie ein Krebs, ihre Schriften gießen in Brust und Herz eines jeden todbringendes Gift.