244 Daß jetzt beständiger Durchfall die Körperkräfte verzehrt, daß das tief im Inneren lodernde Feuer immer weiter wütet und den wunden Schlund ergreift, daß fortwährendes Erbrechen die Eingeweide erschüttert, daß die Augen durch den Blutandrang sich entzünden, daß manchen die Füße oder irgendwelche anderen Körperteile von zerstörender Fäulnis ergriffen und abgefressen werden, daß infolge der schweren Schädigung des Körpers durch die eintretende Ermattung der Gang gelähmt, das Gehör abgestumpft oder die Sehkraft getrübt wird, all das dient nur dazu, den Glauben zu erweisen. Gegen so viele Anfälle der Verheerung und des Todes mit unerschütterlicher Geisteskraft zu kämpfen, welch großen Mut zeigt das! Welche Erhabenheit verrät es, inmitten der Vernichtung des Menschengeschlechts aufrecht zu stehen, anstatt mit denen am Boden zu liegen, die keine Hoffnung auf Gott haben! Beglückwünschen dürfen wir uns vielmehr und es als Geschenk der Zeit begrüßen, wenn wir unseren Glauben standhaft zur Schau tragen, wenn wir durch das Erdulden von Leiden auf dem engen Wege Christi zu Christus eilen und so den Lohn dieses Weges und des Glaubens nach seinem Urteil finden. Der Tod ist allerdings zu fürchten, aber nur für den, der nicht aus Wasser und Geist wiedergeboren, sondern den Flammen der Hölle verfallen ist. Den Tod möge fürchten, wer sich nicht auf Christi Kreuz und Leiden berufen kann. Den Tod möge fürchten, wer aus diesem nur zu einem zweiten Tod übergeht. Den Tod möge der fürchten, den bei seinem Scheiden von der Welt die ewige Flamme mit immerwährender Pein foltern wird. Den Tod möge 245 fürchten, wer von einer längeren Frist wenigstens den Gewinn hat, daß seine Qual und sein Seufzen einstweilen noch aufgeschoben ist.