88 Wer mit Neid die Wahrheit sucht, kann, wenn er auch auf sie stößt, sie gar nicht erkennen. Weil der Neid seinen Geist verwirrt (getrübt) hat, erkennt er sie nicht, wenn er sie nicht (gleichsam) mit Händen greift. Nun tobt rasender Streit und stürmt gedankenlos. Er hat die Erde aufgeregt und greift auch kühn den Himmel an. Er erkennt seines Gleichen nicht mehr und unterscheidet den Diener nicht von seinem Herrn. Wer sollte nicht weinen, wenn er sieht, wie seine Glaubensgenossen unthätig den Kampf mit den Auswärtigen (d. i. den Ketzern) aufgegeben haben und sich einander wie Fremde wechselseitig durch Grübelei bekämpfen?