Eine Harfe bist du also, eine lebendige und sprechende; freier Wille beherrscht deine Saiten und Worte. O Harfe, die aus eigenem Antrieb nach ihrem Willen ihrem Gotte singt, stimme dich selbst harmonisch und spiele ohne Streitsucht! Bilde deine Gesänge rein und sing uns von nicht verborgnen Dingen! Sei ein Schüler für alles Offenbare (nicht Geheinmißvolle) und sprich ohne Furcht alles Schöne aus! Wäge daher die Worte, nicht tadelnswerthe Ausdrücke! Wäge ferner singend auch die Lieder wohl ab, so daß sie keine Rüge verdienen! Dann wird dein Gesang, o mein Sohn, Wonne für die Diener deines Herrn sein, und dein Herr belohnt dich. Sing’ also nicht Schädliches für die Menschheit! Trenne ferner durch Forschung nicht einträchtige Brüder! Lege nicht das Schwert, d. i. die Grübelei, unter die redlichen Seelen, die da aufrichtig glauben!