Ephräm der Syrer · Ausgewählte Gesänge über die Geburt unseres Heilands. · Buch 5 · Kapitel 3
3. Bereitwilligkeit, für Jesus Schmach und Verleumdung zu leiden.
Sieh’, ich bin bedrängt, verleumdet und doch fröhlich. Voll sind meine Ohren voll Schmähung und Spott; allein gering scheint mir, wie viel ich auch immer leiden muß: denn ein Trost von dir kann Myriaden von Leiden vertreiben. Weil ich von dir, o mein Sohn, nicht verachtet bin, heg’ ich volles Vertrauen. Wenn ich auch verleumdet werde, daß ich empfangen habe, ich habe aber die Wahrheit geboren, die siegreich meine 40 Unschuld vertheidigt. Wenn nämlich die Thamar durch Juda gerechtfertigt ward, um wie viel mehr werde ich durch dich siegreich dastehen!
82Zwischengedanke: „so duld’ ich es gern.“
83Gen 38,11-16.
84Daß sie unschuldig sei, weil er sie seinem Sohne Selo nicht zur Ehe gegeben, wie es hätte geschehen sollen. Siehe eben daselbst V. 26. Der h. Jakob von Sarug entschuldigt die Thamar, sie habe dem Juda sich hingegeben in der Aussicht auf den kommenden Messias u. s. w. Er schrieb eine lange Vertheidigungsrede über sie. Ephräm wendet diese Geschichte in der 46. Ode gegen die Grübler als Beweis an, daß man dem Unterpfande Gottes in der h. Schrift für die wahre Lehre glauben müsse, wie Juda den ihm zugeschickten Pfändern der Thamar glaubend sie als gerechter erklärte.