Ephräm der Syrer · Proben katholischer Polemik aus des hl. Ephräm Reden gegen die Ketzer. · Buch 6 · Kapitel 2
2. Erhebung des Menschen durch Gott.
251 Der Schöpfer erhob ihn aber auch über Alles, weil er Gott geheissen und genannt wurde, und es besteht der Ausspruch über Adam, dass er durch seine Kinder wieder in Ordnung gebracht worden ist. Sieh’, auch der Erstgeborene (der Eingeborene Sohn Gottes) verkündet laut, dass er aus Liebe die Schafe verlassen habe; und ihn, über den er Reue gehabt, erhebt er herrlich über sie. Den Menschen erkor er sich, damit sie wissen sollten, daß dieser das vollkommene Werkzeug zum Dienste des Erstgebornen sei. Durch unsere Sinne belehrt er uns, durch unsere (geistigen oder Gnaden-)Schätze verleiht er uns das Leben, unser Reisevorrath ist von dem Unsrigen.
79Ps 81,6; zu vergleichen auch Gen 7,1 und Joh 10,34.
80Indem der Erlöser seiner menschlichen Natur nach von Nachkommen Adams abstammte.
81„Der Menschensohn ist gekommen das Verlorene zu suchen.“ Luk 19,10. Vergleiche auch Luk. 15 u.s.f., vom verlorenen Schäflein.
82Versteht man unter den Schafen oder der Heerde, die der Sohn Gottes verließ, um das verlorne Menschengeschlecht zu suchen, die himmlischen Heerscharen, so ist der Sinn, daß Gottes Sohn den Menschen mehr als die Engel dadurch verherrlichte, daß er die menschliche Natur annahm, die Menschen erlöste und ihnen eine Macht gab, welche die Engel nicht haben, nämlich die Priestergewalt.
83Christus wird der Erstgeborne genannt im Brief an die Kolosser 1,15.18, der vor Allen geborne, von Ewigkeit erzeugte Sohn Gottes.
84Aus unserm Geschlecht’ ist der Heiland, durch dessen Gnadenschätze wir zur Reise durch dieses Leben reichlich versehen sind.