Mit Worten, als dem vernünftigsten Mittel, heißt es, hast du mich überzeugt. – Aber auch wenn die Stimme ruht, sei es durch Mangel an Reife versagend, sei es durch Befangenheit zurückgehalten, - denn es gibt auch eine Philosophie ohne Worte, die sich mit dem Lebenswandel begnügt - dann spricht der Anzug selbst. Dann findet der Philosoph überhaupt Gehör, wenn er gesehen wird. Durch eine bloße Begegnung beschäme ich die Laster. Wer wird nicht, wenn er seinen Gegner sieht, unangenehm berührt? Wer kann den Anblick dessen ertragen, an den zu denken er nicht ertragen kann? Das ist gerade die große Wohltat des Palliums, dass schon beim Gedanken daran die Immoralität errötet. Die Philosophie mag nun sehen, was sie uns hilft! Sie ist es nämlich nicht allein, die es mit mir hält. Ich habe auch noch andere Fertigkeiten in meinem Besitz, die im Leben Nutzen gewähren. In mich kleidet sich der erste Elementarlehrer, der erste Sprachlehrer, der erste Rechenlehrer, der Grammatiker, der Rhetor und 33der Sophist, aber auch der Arzt, der Dichter, der Chordirigent, der Sterndeuter, der den Vogelflug beobachtet; alles was wissenschaftlichen Bestrebungen obliegt, kleidet sich in meine vier Zipfel. „Also doch geringer als die römischen Ritter.“ – Freilich, aber auch der Fechtmeister und das ganze Gladiatorenpack stolziert ja in der Toga umher. Das hat es in Wirklichkeit mit deinem unwilligen Ausruf: „Von der Toga zum Pallium“ auf sich.
Ich dagegen halte es nun auch mit jener bekannten Philosophenschule Gottes und ihrer Sittenlehre. Freue dich Pallium und frohlocke! Eine bessere Philosophie hat dich nunmehr ihrer gewürdigt, seitdem du einen Christen zu bekleiden angefangen hast.