Aber auch die folgenden Worte des Evangeliums setzen uns zu und regen eine ziemlich schwierige Frage an; denn er fügt bei und sagt: „Darum konnten sie nicht glauben, weil wiederum Isaias gesagt hat: Er verblendete ihre Augen und verhärtete ihr Herz, so daß sie mit den Augen nicht sehen und mit dem Herzen nicht verstehen und sich bekehren, und ich sie heile“. Man hält uns nämlich entgegen: Wenn sie nicht glauben konnten, was für eine Sünde begeht dann der Mensch, der nicht tut, was er nicht tun kann? Wenn sie aber durch Verweigerung des Glaubens sündigten, so* konnten* sie also glauben und taten es nicht. Wenn sie also konnten, wie sagt das Evangelium: „Darum konnten sie nicht glauben, weil wiederum Isaias gesagt hat: Er verblendete ihre Augen und verhärtete ihr Herz“, so daß, was noch schlimmer ist, auf Gott die Ursache ihres Unglaubens zurückgeführt wird, da ja „er ihre Augen verblendete und ihr Herz verhärtete“? Denn nicht etwa vom Teufel wird dies gesagt, sondern von Gott, was die prophetische Schriftstelle bezeugt. Wollten wir jedoch annehmen, es sei vom Teufel gesagt, daß „er ihre Augen verblendete und ihr Herz verhärtete“, so haben wir Mühe, die Schuld des Unglaubens auf seiten jener nachzuweisen, von welchen es heißt: „Sie konnten nicht glauben“. Sodann was werden wir antworten betreffs einer anderen Stelle bei demselben Propheten, 772 welche der Apostel Paulus anführt, indem er sagt: „Was Israel erstrebte, das hat es nicht erlangt; die Ausgewählten aber haben es erlangt, die übrigen dagegen sind verblendet worden, wie geschrieben steht: Er gab ihnen den Geist der Betäubung, Augen, daß sie nicht sehen, und Ohren, daß sie nicht hören, bis zum heutigen Tage“.