Was also sagt der Herr, nachdem Judas weggegangen war, um rasch zu tun, was er tun wollte, d. h. um den Herrn zu verraten? Was sagte der Tag, als die Nacht sich entfernt hatte? Was sagte der Erlöser, als der Verkäufer fortgegangen war? „Jetzt“, sprach er, „ist der Menschensohn verherrlicht“. Warum „jetzt“? Etwa weil der Verräter fort war, weil die Schergen und Mörder nahe sind? Ist er also jetzt verherrlicht, weil er demnächst noch mehr erniedrigt werden soll, da ihm ja bevorsteht, gebunden, gerichtet, verurteilt, verspottet, gekreuzigt, getötet zu werden? Ist dies die Verherrlichung oder vielmehr Erniedrigung? Sagte nicht, als er Wunder tat, dennoch von ihm Johannes: „Der Geist war noch nicht gegeben, weil Jesus noch nicht verherrlicht war“? Damals also war er 832 noch nicht verherrlicht, da er Tote erweckte, und jetzt ist er verherrlicht, da er den Toten sich näherte? Göttliches vollbringend, war er noch nicht verherrlicht, und im Begriffe, Menschliches zu erleiden, ist er verherrlicht? Es ist wunderbar, wenn jener göttliche Lehrer dies andeutete und mit solchen Worten lehrte. Gründlich ist der Ausspruch des Höchsten zu erforschen, der sich ein wenig offenbart, damit wir finden, und sich wieder verbirgt, damit wir suchen, und von dem, was wir gefunden haben, zu dem, was noch zu finden ist, gleichsam schrittweise hinstreben. Ich sehe hier etwas, wodurch etwas Großes vorgebildet wird. Judas ging hinaus, und Jesus wurde verherrlicht; der Sohn des Verderbens ging hinaus, und der Menschensohn wurde verherrlicht. Jener nämlich war hinausgegangen, um dessentwillen zu ihnen gesagt worden war: „Ihr seid rein, aber nicht alle“. Da also der Unreine wegging, blieben lauter Reine zurück und hielten bei ihrem Reiniger aus. Etwas Ähnliches wird eintreten, wenn diese Welt, von Christus besiegt, vergangen ist, und kein Unreiner im Volke Christi zurückbleiben wird; wenn, nach der Absonderung des Unkrautes vom Weizen, die Gerechten glänzen werden wie die Sonne im Reiche seines Vaters. Indem der Herr dies als künftig voraussah und in dem Augenblick als angedeutet erklärte, da Judas wie abgesondertes Unkraut wegging, die heiligen Apostel aber wie der Weizen blieben, sprach er: „Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht“, als ob er sagen würde: Siehe, was bei jener Verherrlichung stattfinden wird, wo von den Bösen keiner mehr da sein und von den Guten keiner mehr verloren gehen wird. Es heißt aber nicht so: Jetzt ist die Verherrlichung des Menschensohnes* angedeutet, sondern es heißt: „Jetzt ist* der Menschensohn verherrlicht“, wie es auch nicht heißt: Der Fels deutete Christus an, sondern: „Der Fels 833 war Christus“, und wie es desgleichen nicht heißt: Der gute Same bedeutet die Kinder des Reiches, oder: Das Unkraut bedeutet die Kinder des Bösen, sondern: „Der gute Same, das sind die Kinder des Reiches; das Unkraut aber die Kinder des Bösen“. Wie also die Schrift zu reden pflegt, indem sie die bezeichnenden Dinge wie die bezeichneten benennt, so redete der Herr bei den Worten: „Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht“, als durch die Absonderung des Bösewichtes und das Verbleiben der Heiligen bei ihm seine Verherrlichung angedeutet wurde, jener Zeitpunkt, da er, nach der Trennung der Ungerechten, in der Ewigkeit bei den Heiligen bleiben wird.