Was heißt: „Ich lebe, und ihr werdet leben“? Warum sagte er von sich in der gegenwärtigen Zeit, daß er lebe, von jenen aber in der zukünftigen, daß sie leben werden, außer weil er versprach, es werde das Leben auch des Fleisches, nämlich des auferstehenden, so wie es in ihm voranging, auch bei ihnen einst nachfolgen? Und weil seine Auferstehung bald eintreten sollte, gebrauchte er das Zeitwort in der Gegenwart, um die Schnelligkeit anzudeuten; weil aber die ihrige bis zum Ende der Welt verschoben wird, so sagt er nicht: Ihr lebt, sondern: „Ihr werdet leben“. Die zwei Auferstehungen also, nämlich die seinige, die alsbald stattfinden sollte, und die unserige, die am Ende der Welt eintreten soll, hat er durch zwei in der Gegenwart und Zukunft gesetzte Zeitwörter zierlich und kurz verheißen. „Ich lebe“, sagt er, „und ihr werdet leben“; weil jener lebt, darum werden auch wir leben. Durch einen Menschen nämlich ist der Tod und durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig werden. Denn niemand kommt zum Tode außer durch jenen, niemand kommt zum Leben, außer durch Christus. Weil wir nicht gelebt haben, sind wir gestorben; weil er lebt, werden wir 886 leben. Wir sind ihm gestorben, da wir uns lebten; weil er aber für uns gestorben ist, so lebt er sowohl sich als auch uns. Weil nämlich er lebt, werden auch wir leben. Denn wie wir durch uns den Tod haben konnten, nicht so können wir auch das Leben durch uns haben.