[Forts. v. 925 ] Nachdem der Herr Jesus die Liebe eingeschärft hatte, welche er durch seinen Tod für uns bewies, und gesagt hatte: „Eine größere Liebe hat niemand als diese, daß er sein Leben hingibt für seine Freunde“, sprach er: „Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete“. Eine große Herablassung! Da einer kein guter* Knecht* sein kann, außer er vollzieht die Gebote seines Herrn, so wollte er daraus seine* Freunde* erkannt wissen, wodurch sich gute Knechte bewähren können. Doch, wie gesagt, das ist eine Herablassung, daß der Herr diejenigen, die er als seine Knechte erkennt, Freunde zu nennen sich herbeiläßt. Denn damit ihr wisset, es sei die Aufgabe der Knechte, die Befehle ihres Herrn zu vollbringen, tadelt er ja an einer andern Stelle die Knechte mit den Worten: „Warum aber nennt ihr mich: Herr, Herr, und tut nicht, was ich euch sage?“ Wenn ihr also, spricht er, „Herr“ saget, so zeiget durch Vollziehung der Befehle, was ihr sagt. Wird er nicht zu dem gehorsamen Knechte sagen: „Wohlan, du guter Knecht, weil du über weniges getreu gewesen bist, will ich dich über vieles setzen; geh ein in die Freude deines Herrn“? Es kann also Knecht und Freund sein, wer ein guter Knecht ist.