Doch geben wir acht auf das Folgende. „Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut“. Wie wollen wir nun verstehen, daß der gute Knecht sowohl Knecht wie Freund 926 sei, da er doch sagt: „Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut“? So stellt er den Namen des Freundes hin, daß er den des Knechtes ausscheidet; nicht daß beide zugleich in* einem* verbleiben, sondern daß mit der Ausscheidung des einen der andere an seine Stelle tritt. Was heißt das? Werden wir also, wenn wir die Befehle des Herrn tun, keine Knechte sein? Werden wir also dann keine Knechte sein, wenn wir gute Knechte sind? Und wer kann der Wahrheit widersprechen, welche sagt: „Ich nenne euch nicht mehr Knechte“? Und warum er das gesagt habe, erklärt er: „Denn“, sagt er, „der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut“. Vertraut etwa einem guten und erprobten Knechte sein Herr nicht auch seine Geheimnisse an? Was soll es also heißen, wenn er sagt: „Der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut“? Jedoch angenommen, er wisse nicht, was er tut, weiß er etwa auch nicht, was er befiehlt? Denn wenn er auch dies nicht weiß, wie dient er? Oder wie ist der ein Diener, der nicht dient? Und doch spricht der Herr: „Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete. Ich nenne euch nicht mehr Knechte“. O des Wunders! Da wir doch nicht dienen können, wenn wir die Befehle des Herrn nicht vollziehen, wie werden wir, wenn wir die Befehle vollziehen, keine Knechte sein? Wenn ich kein Knecht sein werde durch Vollziehung der Befehle und, ohne die Befehle zu vollziehen, nicht dienen kann, dann werde ich also, wenn ich diene, kein Diener sein.