Ambrosius von Mailand · De obitu Theodosii oratio · Kapitel 4
Ein gutes Kind war nun Joseph, der der frommen Feier die Form gegeben hat, den der Vater lieb hatte und zu dem er sprach: „Mein Gott sei dein Helfer und segne dich mit der ganzen Segensfülle der Erde 396 um des Segens der Mutterbrüste und des Mutterschoßes, der Segnungen deiner Mutter willen und um der Segnungen deines Vaters willen!“ Eines frommen Vaters gutes Kind! Schon er feierte also den vierzigsten Gedenktag seines Vaters Jakob, jenes Fersenhalters und Beinstellers. Auch wir begehen feierlich den Vierzigsten des Theodosius, der in Nachahmung Jakobs dem Unglauben der Tyrannen ein Bein stellte; der die Götzenbilder der Heiden vergrub, denn allen Götzendienst hat sein Glaube in Nacht begraben, allen heidnischen Kult in Vergessenheit gehüllt. Er bedauerte es sogar, daß der Straferlaß, den er gewährt hatte, an den Schuldigen, die sich gegen ihn vergangen hatten, nicht zur Ausführung gelangte und die Begnadigung ihnen versagt blieb. Freilich die Söhne werden die Gnade, die der Vater gewährte, nicht verweigern; sie werden sie nicht verweigern, ob auch jemand sie hierin zu beirren versuchte; sie werden den allgemeinen Gnadenerlaß gar nicht verweigern können, wenn sie ausführen, was er dem einzelnen zubilligte.