„Gerade dieses Schriftwort, daß Gott sowohl alles sei als auch in allen sei, scheint mir, den vorher in der Untersuchung festgestellten Gedanken zu bestätigen. Da nämlich das gegenwärtige Leben mannigfaltig und vielgestaltig verläuft, so gibt es in demselben gar manches, an dem wir Anteil haben, wie Zeit, Luft, Raum, Speise,Trank, Kleider, Sonne, Lampenlicht und noch viele andere Dinge, die zur Notdurft des Lebens gehören, von denen aber nicht eines Gott ist. Die Seligkeit aber, die wir erwarten, bedarf keines derselben, vielmehr wird Gott uns alles sein und die Stelle aller Dinge vertreten, indem er sich uns in entsprechender Weise mitteilt, damit wir in ihm alles haben, was zu jenem Leben gehört. Und so ergibt sich aus den göttlichen Aussprüchen mit voller Deutlichkeit, daß Gott für die seiner Würdigen sein wird Wohnung, Haus, Kleidung, Speise, Trank, Licht, Reichtum, Herrschaft und alles andere, was sich nur immer aufzählen und denken läßt als zu einem guten Leben dienlich. Gott, der so* alles* sein wird, wird dies aber auch* in allen* sein. Indem die Schrift dies lehrt, scheint sie mir die Vernichtung der Sünde zu verkünden. Denn wenn Gott in allen ist, dann kann die Sünde nicht mehr in ihnen sein. Denn wenn jemand meinte, die Sünde würde weiter bestehen, wie könnte er dann den Satz aufrechterhalten, daß Gott in allen sei? Denn das Wort, Gott sei alles in allen, wäre umgestoßen, sobald in bezug auf das Böse eine Ausnahme gemacht 300 würde, nämlich als ob dieses weiter bestünde. Wenn Gott auch in allen ist, so kann er unmöglich in dem sein, was keine Existenz hat.“§ 14. Die Ansicht von der Seelenwanderung.