Denn durch die Prophetie überführen wir die widersprechenden Heiden. Wer ist Christus? sagt der Heide. Wir antworten ihm: Der, den die Propheten vorausverkündet haben. Und er: Welche Propheten? Wir zählen auf Isaias, Daniel, Jeremias und die andern heiligen Propheten; wir weisen darauf hin, wie sie lange vor ihm kamen, wie sie geraume Zeit seiner Ankunft vorausgingen. Dies also antworten wir: Die Propheten sind ihm vorausgegangen, sie haben sein Erscheinen vorausgesagt. Es erwidert einer von ihnen: Welche Propheten? Wir nennen die, die uns täglich genannt werden. Und er: Wer sind diese Propheten? Wir antworten: Die auch das vorhergesagt haben, was wir in Erfüllung gehen sehen. Und er: Ihr, sagt er, habt das zu euren Gunsten erfunden, ihr habt es geschehen sehen und habt es, gleich als wäre es als etwas in der Zukunft Eintretendes vorausgesagt worden, nach eurem Gutdünken in den Büchern aufgeschrieben. Hier kommt uns gegen die heidnischen Feinde das Zeugnis anderer Feinde zu Hilfe. Wir legen die Bücher von den Juden vor und erwidern: Ihr und jene seid ja doch Feinde unseres Glaubens. Darum sind sie über die Völker hin zerstreut, damit wir die einen Feinde durch die andern überführen. Man bringe ein Buch des Isaias von den Juden; wir wollen sehen, ob ich da nicht lese: „Wie ein Schaf wurde er zur Schlachtbank geführt, und wie ein Lamm vor dem Scherer stumm ist, so öffnete auch er seinen Mund nicht. In der Erniedrigung wurde sein Gericht hinweggenommen; durch seine Wunden wurden wir geheilt; wir alle sind abgeirrt wie Schafe, und er ward hingegeben für unsere Sünden“. Siehe die eine Leuchte! Man bringe eine andere, man öffne die Psalmen, man lese auch daraus das vorausgesagte 541 Leiden Christi vor: „Sie haben meine Hände und Füße durchbohrt, sie haben alle meine Gebeine gezählt; sie haben mich betrachtet und angeschaut, sie haben meine Kleider unter sich verteilt und über mein Gewand das Los geworfen. Bei Dir ist mein Lob, in großer Versammlung will ich Dich lobpreisen. Eingedenk sein und bekehren werden sich zum Herrn alle Grenzen der Erde und anbeten werden vor seinem Angesichte alle Länder der Völker; denn des Herrn ist das Reich, und er wird herrschen über die Völker“. Es erröte der eine Feind, weil der andere Feind mir das Buch beibringt. Aber siehe, mit den von dem einen Feinde beigebrachten Büchern habe ich den andern Feind besiegt, und der, welcher mir das Buch beigebracht hat, soll nicht leer ausgehen, er soll beibringen, womit auch er überführt wird. Ich lese einen andern Propheten und finde, wie der Herr zu den Juden sagt: „Ich habe kein Wohlgefallen an euch, spricht der Herr, und werde kein Opfer annehmen von euren Händen; denn vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang wird meinem Namen ein reines Opfer dargebracht werden“. Du kommst nicht, o Jude, zu dem reinen Opfer, ich überführe dich als unreinen.