Was aber der Herr geantwortet hat, das wollen wir vor allem andern mit Aufmerksamkeit hören, damit nicht auch wir selbst als Knechte erfunden werden. „Der Herr antwortete ihnen“ nämlich: „Amen, Amen, ich sage euch: Jeder, der Sünde tut, ist ein Knecht der Sünde“. Er ist ein Knecht, wenn nur wenigstens Knecht eines Menschen, nicht der Sünde! Wer erzittert nicht bei diesen Worten? Möge der Herr unser Gott uns verleihen, d. h. mir und euch, daß ich zutreffend von der Erstrebung dieser Freiheit und der Vermeidung dieser Knechtschaft rede. „Amen, Amen, ich sage euch“, sagt die Wahrheit, und was für ein Spruch des Herrn unseres Gottes ist dies: „Amen, Amen, ich sage euch“? Er betont gar sehr, was er so verkündet; es ist gewissermaßen, wenn man so sagen darf, ein Schwur von ihm: „Amen, Amen, ich sage euch“. „Amen“ heißt nämlich in der Übersetzung: „Wahrlich“, und doch hat man es nicht übersetzt, obwohl man hätte sagen können: Wahrlich, ich sage euch. Weder der griechische Übersetzer wagte dies zu tun noch auch der lateinische; denn dieses Wort „Amen“ ist weder griechisch noch lateinisch, sondern hebräisch. So blieb es stehen, es wurde nicht übersetzt, damit es durch den Schleier des Geheimnisses um so ehrwürdiger wäre, nicht damit es unverstanden bliebe, sondern damit es nicht durch die Enthüllung an Wert verlöre. Und nicht einmal bloß, sondern zweimal ist es vom Herrn ausgesprochen worden: „Amen, Amen, ich 607 sage euch“. Schon aus dieser Verdoppelung erkennet die Bedeutung.