Indem der Heiland in seinen Reden an die Jünger mehr und mehr die Gnade, wodurch wir das Heil erlangen, einschärft, sagt er: „Darin wird mein Vater verherrlicht, daß ihr viele Frucht bringet und meine Jünger werdet“. Ob es heißt „verherrlicht“ oder „gepriesen“, beides ist aus* einem* griechischen Worte übertragen, nämlich* δοξάζειν* [doxazein]. Denn das griechische* δόξα* [doxa] heißt auf lateinisch gloria. Ich habe dies deshalb erwähnen zu sollen geglaubt, weil der Apostel sagt: „Wenn Abraham durch Werke gerechtfertigt worden ist, so hat er Ruhm (gloria), aber nicht bei Gott“. Das ist der Ruhm bei Gott, wodurch nicht der Mensch, sondern Gott verherrlicht wird, wenn er nicht durch Werke, sondern aus dem Glauben gerechtfertigt wird, so daß er aus Gott hat, auch was er Gutes tut; denn die Rebe kann, wie ich schon früher gesagt habe, keine Frucht bringen aus sich selbst. Wenn nämlich darin Gott der Vater verherrlicht wird, daß wir viele Frucht bringen und Jünger Christi werden, so sollen wir das nicht unserer Ehre zuschreiben, als ob wir es aus uns selbst hätten. Denn von ihm ist diese Gnade, und darum gebührt hierin nicht uns, sondern ihm die Ehre. Deshalb hat er auch anderswo nach den Worten: „So lasset euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen“, damit sie nicht meinten, die guten Werke seien von ihnen selbst, sofort beigefügt: „und den Vater preisen, der im Himmel ist“. Denn darin wird der Vater verherrlicht, 914 daß wir viele Frucht bringen und Jünger Christi werden. Durch wen werden wir es, wenn nicht durch den, dessen Barmherzigkeit uns zuvorgekommen ist? Denn sein Gebilde sind wir, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken.