[Forts. v. 914 ] „Wie mich der Vater geliebt hat“, sagt er, „so habe ich euch geliebt; bleibet in meiner Liebe“. Siehe, woher wir unsere guten Werke haben! Denn woher sollten wir sie haben, außer weil der Glaube durch die Liebe wirkt? Wie könnten wir aber lieben, wenn wir nicht zuvor geliebt würden? Ganz deutlich hat dies derselbe Evangelist in seinem Briefe gesagt: „Lasset uns Gott lieben, denn er hat uns zuerst geliebt“. Wenn er aber sagt: „Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt“, so weist er damit nicht auf die Gleichheit seiner und unserer Natur hin, wie die des Vaters und die seinige gleich ist, sondern auf die Gnade, wodurch der Mensch Christus Jesus der Mittler ist zwischen Gott und den Menschen. Als Mittler nämlich zeigt er sich, wenn er sagt: „Mich der Vater, und ich euch“. Denn der Vater liebt natürlich auch uns, aber in ihm, weil der Vater darin verherrlicht wird, daß wir Frucht bringen im Weinstocke, d. i. im Sohne, und seine Jünger werden.