27 In dem heiligen Tempel trug ihn Simeon auf seinen Armen und sang ihm zu: „Du bist, o Erbarmer, gekommen und erbarmst dich über mein Greisenalter, indem Du meine Gebeine im Frieden in die Unterwelt einführest! Durch dich werde ich einst aus dem Grabe in das Paradies auferweckt.“ Anna schloß ihn in ihre Arme und drückte ihren Mund auf seine Lippen. Da sank der Geist auf ihre Lippen herab, wie einst dem Isaias, dessen Mund schwieg, die Kohle, welche seinen Lippen sich nahte, denselben eröffnete. Anna erglühte im Geiste, daß auch ihr Mund ihm lieblich zu singen begann: „Sohn königlicher Macht und Sohn der Verachtung, der du hörst und stille bist, siehst und unsichtbar bist (der göttlichen Natur nach), weißt und verborgen bist, Gott und Menschensohn, Preis sei deinem Namen!“