Gebietend warnte der Wahrhafte: „Nennet Niemanden Rabbi (Meister, Lehrer) auf Erden!“ Der Apostel (Paulus), der Dieß befürchtete, beeilte sich, die Schafe ja nicht nach seinem Namen benennen zu lassen. Wovor der Apostel sich fürchtete, dazu drängt sich bis zum Ersticken die Unkrautmasse. Die Veranlassung dazu ist das Streben nach Vorrang. Jedermann streitet nämlich darum in die Wette, wer auf diesem Throne sitze. Gepriesen sei Jener, dessen Kreuz uns verachten lehrte! Der Meister verweigerte in seiner Allwissenheit den Söhnen des Zebedäus die Throne, damit wir nicht verkehrter Weise diesen Grund (zum Streben nach Vorrang) davon hernähmen. Auf schonende Weise leitete er sie durch seine Fragen vom Streben nach Hoheit zur Demuth an, um in ihnen unsern Hochmuth zurecht zu weisen. Anstatt der Verherrlichung gab er das Leiden als Zurechtweisung unsers Stolzes. Preis sei dem Erhabenen, der bei dem Gerichtsstuhle (vor Kaiphas und Pilatus) stand!