Ephräm der Syrer · Proben katholischer Polemik aus des hl. Ephräm Reden gegen die Ketzer. · Buch 8 · Kapitel 5
5. Das Gefährliche der Ketzer.
Die Braut des Sohnes schändeten sie (die Urheber von Ketzereien) unter den Griechen, weil auch ihre Jünger nach dem Namen ihrer Lehrer benannt wurden. So nahm die Verlobte, deren Liebe ausschweifend war, die Namen eines Knechtes an. 264 Da entbrannte eifernd der mächtige Verlober, daß sie nicht völlig ausschweife und verdorben würde, und tilgte die Namen weg. Gepriesen sei Er, der Eiferer (apostolische Männer als eifrige Vertheidiger) gab! Wäre heut zu Tage der Apostel (Paulus) noch leiblich gegenwärtig, so würde er das Andenken der Betrüger wie Amaleks vertilgen. Wenn er nämlich nicht einmal zugab, daß der Name Simons (Petrus) der Heerde beigelegt wurde, um wie viel mehr hätte er die Namen der Diebe ausgerottet, welche sie (die Heerde nämlich) trennten, wegführten und nach ihren Namen benannten! Preis sei Ihm, der sie (die Kirche) an seinen anbetungswürdigen Namen fesselte!
134Der von Irrlehrern verführte Theil der christlichen Kirche entsagte dem Namen Christi, verführt durch Liebe zum Irrthum, und nahm den Namen eines Ketzers, z. B. des Nestorius u. s. f. an.
135Das hier stehende syrische Wort mocuro (mit Coph geschrieben) bedeutet „Der Verlober“, wie z. B. Johannes der Täuferer oder der Apostel Paulus als Brautwerber für Christus genannt werden. Dem Zusammenhange gemäß scheint hier Christus selbst als der die Kirche sich Verlobende, also Bräutigam, gemeint zu sein, weil die Vertilgung der Ketzereien als Wirkung seines Eifers genannt wird. Auch das Beiwort „der Mächtige, Gewaltige“ ist gewöhnliches Epitheton Gottes. Der lateinische Übersetzer hat „potentissimus sponsus.“ Wären Menschen gemeint, so wäre der Apostel Paulus besonders zu er wähnen.
136Durch die Ausrottung mehrerer Ketzereien, die allmählig aus der Geschichte verschwanden.
137Gen 17,14. „Ich will Amaleks Andenken unter dem Himmel vertilgen.“