Unser Schöpfer hüllte sich manchmal in Formen der Betrübniß, um seinen Geschöpfen einige Begriffe seiner Barmherzigkeit mitzutheilen. Während er an sich ohne Sorge (oder Kummer) ist, trägt er doch in seiner Liebe Sorge, damit wir seine Güte bemerken sollen. Wer immer sich über Etwas betrübt, dessen Sorge verkündet seine Liebe. So offenbarte das Weinen unsers Heilands seine Liebe, zu Lazarus. Wenn es einen andern Gott gäbe, — doch fern sei es, daß es einen gibt, — so würde derselbe sich wohl in Acht nehmen, über seine verdorbenen Kinder sich zu 275 betrüben; wenn er sich nämlich betrübte, so wäre er Jenem gleich, von dem geschrieben steht, daß es ihn reute. Wenn aber jener erbarmungslose Gott über unser Leiden sich nicht betrübt, so nimm denn deine Zuflucht zu unserm Gotte, der Betrübniß zeigte, um uns den Werth seiner Erbarmung zu lehren!