Er verachtete die Tadlungen der Sünde, um die Heilmittel der Gerechtigkeit uns zu verleihen. Er setze sich 280 nämlich über jeden Vorwurf hinaus, nur damit seine eigene Gerechtigkeit ihn nicht tadle. Er zeigte, daß seine Macht nie überdrüssig werde uns zu helfen; er gab zu erkennen, daß seine Liebe unser’n Ruhm nicht mißgönne. Er lehrte, daß er selbst über die Beschimpfung sich nicht schämte, um zur Hilfe zu nahen. Wenn ein Hilfsmittel gewesen wäre, und unser Schöpfer hätte sich dazu nicht bequemt, so hätte ihn als Ursache (es nicht anzuwenden) Dieß genöthigt, daß er entweder träg oder furchtsam oder neidisch oder schwach ist; denn wer verlornen Bedrängten, die um Hilfe bitten, nicht zu Hilfe kommt, ist entweder neidisch oder furchtsam oder träg. Da es aber bekannt war, daß das unwandelbare Wesen ferne von Schwächen sei, fürchtete deßwegen Gott sich nicht, sich Reue beizulegen, scheute sich nicht, wie ein Eifernder zu sein, schämte deßhalb sich auch gar nicht, dem Schlafe sich hinzugeben und selbst Opfer zu verlangen. Er ließ kein Mittel zur Heilung der Freiheit unversucht, welcher er Vollmacht gegeben, so daß ein Tadler nur seinen Wahnsinn zeigte, der Erbarmer aber seine Güte bewies.