§ 52
Daß also der Sohn Gottes, welcher war vor aller Welt, Christus ist, zugleich mit dem Vater und beim Vater seiend, und nahe in Zusammenhang und Gemeinschaft mit den Menschen, und König aller, da der Vater ihm alles unterworfen hat, und Erlöser derjenigen, die an ihn glauben, das bekunden von ihm die Schriften. Da es nun durchaus nicht möglich ist, die ganze Schrift zum Zeugnis der Reihe nach darzulegen, so magst Du aus diesen auch die andern, den vorgetragenen gleichlautenden Zeugnisse erkennen, im Glauben an Christus und im Gebet zu Gott um Weisheit und Überlegung zum Verständnis der Aussagen der Propheten.
§ 53
621 Und daß dieser Christus, der als Wort des Vaters beim Vater war, hernach einen Leib annahm und Mensch wurde, dem Wege der Geburt sich unterzog und von einer Jungfrau geboren wurde und unter den Menschen wandelte, indem der Vater aller selbst seine Fleischwerdung wirkte, lehrt Isaias in folgenden Worten: „Deshalb wird der Herr selbst dir ein Zeichen geben. Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären und ihn Emmanuel nennen. Butter und Honig wird er essen; bevor er zur Erkenntnis kommt oder das Böse unterscheiden kann, wird er das Gute wählen, denn bevor das Kind das Gute oder Böse erkennt, wird es dem Bösen widerstehend das Gute wählen“. Daß er aus einer Jungfrau geboren werde, hat er hiermit verkündigt, und daß er wahrhaft Mensch war, zum voraus dargetan durch den Hinweis auf sein Essen, auch dadurch, daß er ihn Kind nennt und ihm einen Namen gibt. Denn diese Unwissenheit ist auch [ein Zustand] des Geborenen [d. h. des Kindes]; auch hat er einen doppelten Namen: in der hebräischen Sprache Messias, Christus, und in der Landessprache Jesus, Erlöser. Beide Namen sind Namen von Werken, die er ausgeführt hat. Christus wird er genannt, weil der Vater durch ihn alles gesalbt und geschmückt hat, und mit Bezug auf seine Ankunft als Mensch, weil er der Gesalbte Gottes und seines Vaters ist im Hl. Geiste. Er sagt selbst durch den Propheten Isaias: „Der Geist des Herrn ist über mir, denn er hat mich gesalbt, den Armen das Evangelium zu verkünden.“ Erlöser wird er genannt aus dem Grunde, weil er die Ursache der Erlösung wurde für diejenigen, welche damals durch ihn 622 von verschiedenerlei Krankheit und vom Tode gerettet wurden, und deshalb, weil er denjenigen, die hernach an ihn glaubten, das zukünftige und ewig währende Heil verschafft hat.
§ 54
Deshalb hat er also den Namen Erlöser. Emmanuel nun heißt übersetzt: „Mit euch ist Gott“ oder der Name ist ein vom Propheten gesprochenes Wort der Sehnsucht, gleich dem: „Möge Gott mit uns sein.“ In diesem Sinne wäre er eine Erklärung und Enthüllung des Verheißenen, denn: „Siehe“, sagt er, „die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären und dieser wird als Gott existierend mit uns sein.“ Er verwundert sich gleichsam dabei über den Hergang, indem er das Zukünftige verkündet, daß Gott mit uns sei. Über seine Geburt sagt derselbe Prophet an einer andern Stelle sodann: „Ehe denn sie, die kreißte, gebar, und ehe denn die Geburtswehen eintraten, ward sie von einem Knäblein entbunden“. Diese Worte bezeichnen seine Geburt aus der Jungfrau als unverhofftes und unvermutetes Ereignis. Des weitern spricht der gleiche Prophet: „Ein Sohn ist uns geboren, ein Knabe ist uns geschenkt worden, und sein Name heißt: Wunderbarer, Ratgeber mächtiger Gott“.
§ 55
Auch „wunderbarer Ratgeber“ nennt er ihn oder Ratgeber des Vaters. Dadurch wird angedeutet, dass der Vater mit ihm zusammen alles wirkt. So steht schon im ersten Buch Moses, welches die Überschrift Genesis trägt: „Und es sprach Gott: Laßt uns den Menschen machen nach unserm Bild und Gleichnis“. An dieser Stelle wird es gerade offenbar, daß der Vater den Sohn anredet und er der wunderbare Ratgeber des Vaters ist. Auch unser Ratgeber ist er, [mit uns] seiend und Rat erteilend, indem er nicht als Gott uns nötigt und doch 623 der in allem mächtige Gott ist und zu uns spricht. Sein Rat leitet uns an, die Unwissenheit zu heben und zu verlassen, und Erkenntnis zu gewinnen, dem Irrtum uns zu entwinden und zur Wahrheit zu gelangen, das Vergängliche abzulegen und das Unvergängliche zu behalten.
§ 56
Und wiederum sagt Isaias: „Und sie werden wünschen, daß sie mit Feuer verbrannt wären, denn ein Kind ist uns geboren, und ein Sohn ist uns geschenkt, auf dessen Schultern die Herrschaft gelegt ist, und sein Name heißt: Bote des großen Rates. Denn ich werde über die Fürsten Frieden bringen und Friede und Wohl für ihn wiederum. Groß ist seine Macht und sein Friede hat keine Grenze, auf dem Throne und im Reiche Davids zu wirken [und zu vollenden und zum Anteil zu sein ?] und es zu bewahren durch Gerechtigkeit und Gericht von nun an bis in Ewigkeit“. Durch diese Worte wird ja der Sohn Gottes zugleich als Geborener und als ewiger König dargestellt. Wenn es aber heißt: „Sie werden wünschen, im Feuer verbrannt zu sein“, so ist das von jenen gesagt, welche nicht an ihn glauben, und welche an ihm das taten, was sie getan haben. Das Wort bedeutet, daß sie beim Gerichte sagen werden: Wie viel besser wäre es gewesen, daß wir mit Feuer verbrannt worden wären, schon bevor der Sohn Gottes geboren wurde, als daß wir nach seiner Geburt nicht an ihn geglaubt haben! Denn jene, welche entschlafen waren, ehe Christus erschien, hatten Hoffnung, im Gerichte des Auferstandenen Heil zu finden, sofern sie Gott fürchteten, in Gerechtigkeit entschlafen waren und den 624 Geist Gottes in sich getragen hatten wie die Patriarchen, die Propheten und die Gerechten. Jenen aber, die nach der Erscheinung Christi nicht an ihn geglaubt haben, droht beim Gerichte unbarmherzige Rache. Mit dem Ausdruck: „auf dessen Schultern die Herrschaft gelegt ist“, ist figürlich das Kreuz genannt, auf welchem er festgenagelt mit seinem Rücken ruhte. Denn das Kreuz war und ist für ihn und seinetwegen für uns eine Schmach. Dasselbe aber nennt er seine Herrschaft zum Zeichen seines Königtums. Bote des großes Rates, d. h. des Vaters, wird er noch genannt, weil er ihn uns geoffenbart hat.
§ 57
Und daß der Sohn Gottes geboren werden sollte, und auf welche Weise er als solcher geboren würde, und, daß er als Christus erwiesen würde, das ist aus dem oben Gesagten klar, wie es zuvor durch die Propheten verkündigt worden war. Hernach wurde auch darüber die Vorherverkündigung gegeben, in welchem Lande und unter welchen Menschen er geboren und erscheinen werde. In solchen Enthüllungen erklärt Moses im Buch Genesis: „Nicht fehlen wird der Fürst aus Juda, noch ein Führer aus seinen Lenden, bis derjenige kommt, nach dem die Erwartung steht, und er wird die Hoffnung der Heiden sein. Er wäscht sein Kleid im Wein und im Blute der Trauben seinen Mantel“. Juda ist aber der Stammvater der Hebräer, der Sohn Jakobs. Von ihm erhielten sie den Namen. Und [tatsächlich] fehlte bei ihnen der Fürst und Führer nicht bis zur Ankunft Christi. Zur Zeit seiner Ankunft wurden die der Waffenköcher Kundigen unterworfen und das Land der Juden kam unter die Botmäßigkeit der Römer. Einen eigenen Fürsten oder König erhielten sie nicht mehr über sich. Denn jener war ja gekommen, dem im 625 Himmel die Königsherrschaft zugedacht war, der auch im Wein sein Gewand und mit dem Blute der Trauben seinen Mantel gewaschen hatte. Sein Kleid aber, wie auch sein Mantel, sind jene, welche an ihn glauben. Diese hat er auch geheiligt, indem er uns mit seinem Blute erlöste. Sein Blut wird deshalb auch Blut der Traube genannt. Denn wie das Blut der Traube kein Mensch machen kann, sondern Gott es schafft und diejenigen freudig macht, welche es trinken, so hat auch seinen Leib und sein Blut kein Mensch hervorgebracht, sondern Gott hat es gebildet. Der Herr selbst hat das Zeichen der Jungfrau gegeben, d. h. den Emmanuel aus der Jungfrau geboren. Er auch macht freudig jene, die ihn trinken, d. h. jene, welche seinen Geist, ewige Freude, empfangen. Aus diesem Grunde ist er auch die Hoffnung derjenigen Heiden, welche auf ihn warten. Denn wir hoffen, daß er das Reich wiederum herstellen werde.
§ 58
Wiederum sagt Moses: „Ein Stern wird aufgehen aus Jakob und ein Führer aus Israel erstehen“. Damit gibt er in deutlicherer Weise kund, daß das Geheimnis des Werdens im Fleische [am Gottessohn] unter den Juden sich vollziehe und daß er aus Jakobs und Judas Stamm durch seine Geburt hervorgeht, daß er aber vom Himmel herabgestiegen ist, um die Ausführung des geheimnisvollen Werkes zu übernehmen. Denn der Stern erscheint am Himmel. Auch bekundet er, dass Führer König heißen soll, denn er ist der König aller Geretteten. Nach seiner Geburt erschien aber der Stern den Magiern, die im Morgenland wohnten. Aus ihm ersahen sie, daß Christus geboren war, und kamen, vom Stern geführt, ins Judenland, bis der Stern über Bethlehem, wo Christus geboren war, stand und in das Haus hineinging, wo das Kind eingewickelt lag, und er über sein Haupt sich stellte und den Magiern den Sohn Gottes, Christus, zeigte.
§ 59
Außerdem sagt Isaias selbst noch: „Und es wird hervorbrechen ein Reis aus der Wurzel Jesse und eine Blume hervorgehen aus dem Stamme. Und es wird 626 über ihm ruhen der Geist Gottes, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Starke, der Geist der Wissenschaft und der Frömmigkeit. Der Geist der Gottesfurcht wird ihn erfüllen. Er wird nicht richten nach Verdacht und nicht auf Gerede hin zurechtweisen, sondern er wird den Armen richten nach Gerechtigkeit und Mitleid üben mit den Elenden im Lande. Er wird die Erde schlagen mit dem Worte seines Mundes und mit dem Hauch seiner Lippen den Gottlosen hinraffen. Mit Gerechtigkeit werden seine Lenden umkleidet sein und seine Hüften umgürtet mit Wahrheit. Und es wird weiden der Wolf mit dem Lamme und der Panther mit dem Böcklein, und das Kalb und der Löwe werden miteinander weiden. Und ein kleiner Knabe wird in die Höhle der Otter und in das Nest der Schlangenbrut seine Hand strecken, und sie werden ihm nicht schaden. Und an jenem Tage wird sein der Sproß Jesses und er, der aufsteht, die Heiden zu beherrschen, und auf ihn werden die Heiden hoffen. Und sein Auferstehen wird herrlich sein“. Mit diesen Worten erklärt er, daß er geboren werde von derjenigen, welche von David und Abraham herstammt. Denn Isai war ein Nachkomme Abrahams und der Vater Davids, das Geschlecht, welchem entsproßte Christus. Die Jungfrau aber war nun das Reis, und deshalb hat auch Moses mit einem Reise vor Pharao die Wunderzeichen gezeigt. Auch sonst ist bei den Menschen der Stab ein Zeichen der Herrschaft. Und als eine Blume bezeichnet er seinen Leib, denn derselbe ist aus dem Hl. Geiste ersprossen, wie wir schon weiter oben gesagt haben.
§ 60
Mit dem Ausdruck: „Er wird nicht richten auf [bloßen] Verdacht hin und nicht auf Gerede hin zurechtweisen, sondern er wird den Armen nach Gerechtigkeit richten und Mitleid üben mit den Elenden im Lande“, erweist er noch mehr seine sichere Gottheit, denn zu richten ohne Voreingenommenheit und ohne Ansehen der Person, ohne den Vornehmen mit Ehre zu behandeln und mit gebührender Achtung vor den Armen, Gleiches und Gebührendes beobachtend, das ist 627 der allerobersten Gerechtigkeit Gottes entsprechend. Denn Gott läßt sich von niemand beeinflussen noch rühren, als allein vom Gerechten. Und sich zu erbarmen, ist ganz besonders Gott eigen, ihm, der durch Erbarmung retten kann, und der Ausdruck: „der die Erde durch sein Wort schlägt und mit seinem Worte allein die Gottlosen hinrafft“, spricht wieder der Gott, der alles durch das Wort vollbringt; die Erklärung aber: „Er wird mit Gerechtigkeit um seine Lenden umgürtet sein und mit Wahrheit gegürtet um seine Hüften“, offenbart seine menschliche Gestaltung und seine angeborene strenge Gerechtigkeit.
§ 61
Was die Einigkeit, Eintracht und den Frieden unter den andersgearteten und ihrer Natur nach einander widerstrebenden und feindseligen Wesen angeht, so sagen die Alten, daß es wirklich bei der Ankunft Christi, wenn er kommen wird, um als König über alles zu herrschen, so sein werde. Siehe, nun ist sie eine bildliche Bezeichnung jener friedlichen Vereinigung von Menschen ungleicher Abstammung, aber gleicher Gesinnung durch den Namen Christi, in Eintracht, daß den einträchtigen Gerechten, welche mit den Rindern, den Lämmern, den Böcklein und den Kindern verglichen werden, keinen Schaden mehr zufügen jene, welche in den vorangehenden Zeiten wegen ihrer Habsucht wie wilde Tiere geartet und gesinnt waren, Männer und Weiber, so daß manche von ihnen Wölfen, manche Löwen ähnlich waren, die Schwachen beraubend und mit ihresgleichen Krieg führend. Die Weiber aber „waren so ähnlich den Panthern und Ottern, welche mit tödlichem Gift wohl sogar ihre Lieben zu töten imstande waren, oder durch ihre Begierden. Jetzt werden sie vereint in meinem Namen und werden von Gottes Gnade gerechte Sitten gewinnen, nach denen sie ihre wilde und ungebändigte Natur umwandelten. Und das ist auch eingetroffen. Solche, welche vorher voll 628 Bosheit waren, so daß sie kein gottloses Werk lassen konnten, haben durch die Lehre Christi und den Glauben an ihn, zugleich indem sie gläubig wurden, sich umgewandelt, so daß sie jetzt selbst über die Pflicht hinausgehende Werke der Gerechtigkeit nicht unterlassen. Solche Umwandlung bewirkt der Glaube an Christus, den Sohn Gottes, in seinen Bekennern. Der Ausdruck; „Er wird auferstehen, die Heiden zu beherrschen“, will ankünden, daß er von den Toten auferstehen und bekannt und geglaubt werden sollte als Gottes Sohn und König. Deshalb sagt er: „Und es wird seine Auferstehung herrlich sein.“ Damit ist seine Majestät gemeint, denn als er auferstand, da wurde er als Gott verherrlicht.
§ 62
Deswegen sagt der Prophet weiterhin: „An diesem Tage werde ich aufrichten das zerfallene Zelt Davids“. Damit ist der Leib Christi, der, wie wir schon oben gesagt haben, aus Davids Stamm ist, gemeint. Es ist offenbar, daß er hier die Auferstehung desselben von den Toten nach seinem Hinscheiden kund tut. Denn der Leib wird hier als Zelt bezeichnet. Durch diese Aussagen kündigt die Schrift all das an, nämlich daß Christus dem Leibe nach aus Davids Samen stammt, während sie ihn Sohn Gottes nennt, daß er nach dem Tode auferstehe und daß er nach seiner wahrnehmbaren Gestalt Mensch, nach seiner Kraft aber Gott ist, und dass er als Richter über die ganze Welt sich zeigen werde und als der Vollbringer aller Gerechtigkeit und als Erlöser.
§ 63
Und außerdem gibt der Prophet Michäas auch den Ort an, wo Christus geboren werden sollte, nämlich in Bethlehem in Judäa. Er sagt: „Und du, Bethlehem in Judäa, bist nicht gering unter den Führern [Vororten] Judas. Denn aus dir wird der Führer hervorgehen, der weiden wird mein Volk Israel“. Aber Bethlehem ist auch die Landschaft Davids, so dass [Christus] nicht nur durch die Jungfrau, die ihn gebar, 629 aus dem Stamme Davids ist, sondern auch dadurch, daß er in Bethlehem, der Landschaft Davids, geboren ist.
§ 64
Auch David erklärt ferner, daß Christus aus seinem Samen geboren werde. Sein Wort lautet: „Wegen Davids, meines Knechtes, wende nicht ab das Angesicht deines Christus [= Gesalbten], Der Herr hat geschworen in Wahrheit, und er wird es nicht verleugnen; von deiner Leibesfrucht werde ich auf deinen Thron setzen, wenn deine Söhne meinen Bund halten und meine Verfügungen, welche ich mit ihnen abgemacht habe; und ihr Sohn auf ewig“. Keiner von den Söhnen Davids jedoch herrschte in Ewigkeit, selbst ihr Königtum erhielt sich nicht für ewig, denn es ist vorübergegangen. Allein derjenige [herrscht ewig], welcher aus Davids Stamm als König geboren wurde, der ist Christus, Alle diese Zeugnisse enthüllen nach seiner leiblichen Abstammung das Geschlecht und den Ort deutlich, wo er geboren werden sollte, so daß man nicht unter den Heiden oder sonst wo nach der Geburt des Sohnes Gottes zu suchen hatte, sondern zu Bethlehem in Judäa, im Stamme Abrahams und Davids.
§ 65
Und als Vorbild seines Einzugs in Jerusalem, welches die Hauptstadt Judäas war, und dessen Königsstätte, und wo der Tempel Gottes sich befand, spricht der Prophet Isaias die Worte aus: „Saget zur Tochter Sions: Siehe, dein König kommt zu dir, sanftmütig und reitend auf einem Esel, auf einem Füllen, dem Jungen einer Eselin“. Denn auf dem Füllen einer Eselin reitend hielt Christus seinen Einzug in. Jerusalem, indem das Volk seine Kleider ausbreitete und ihm unterlegte. Als Tochter Sions redet der Prophet Jerusalem an.
§ 66
Daß also Jesus geboren würde, wie und wo der Sohn Gottes geboren werden sollte, und daß Christus ein König auf ewig ist, das verkünden die Propheten in dieser Weise: Und wie sie wiederum vorausgesagt haben, daß er, aus der Menschheit entsproßt, heilen werde, die er geheilt hat, daß er von den Toten erwecken werde, die er erweckt hat, und daß er gehaßt und geschmäht 630 werde, sich dem Leiden unterziehe, getötet und gekreuzigt werde, so wurde er gehaßt, geschmäht und getötet.
§ 67
Jetzt wollen wir von seinen Heilungen reden. Isaias sagt: „Er übernahm unsere Schwachheiten und unsere Krankheiten hat er getragen“. Das will heißen: Er wird sie übernehmen und wird sie tragen. Denn es gibt Stellen, wo der Geist Gottes das, was künftig geschehen soll, durch die Propheten als schon geschehen erzählt. Was nämlich bei Gott erprobt und geplant ist als etwas, dessen Eintritt beschlossen ist, das wird als schon vollzogen betrachtet. In dieser Betrachtungsweise und unter Vergegenwärtigung der Zeit, in welcher die geweissagten Vorgänge in Erfüllung gehen, bildet der Geist seine Ausdrücke. Und über die Art der Heilungen wird er Erwähnung tun, indem er spricht: „An jenem Tage werden die Tauben das Wort der Schrift hören und die Augen der Blinden in Nacht und Dunkel sehen“. Wiederum sagt derselbe: „Erstarket ihr erschlafften Hände und ihr wankenden und schwachen Knie. Tröstet euch, ihr Kleinmütigen und Furchterfüllten, erstarket und fürchtet euch nicht. Siehe, unser Gott wird als Richter Vergeltung üben. Er selbst wird kommen und uns retten. Dann werden die Augen der Blinden sich auftun und die Ohren der Tauben hören, dann wird der Lahme springen wie ein Hirsch, und die Zunge des Stotternden wird gelöst“. Und in Hinsicht auf das Auferstehen von Toten sagt er: „So werden auferstehen die Toten und auferstehen jene, die in den Grüften sind“. Und weil diese Werke geschehen, soll man an die Ankunft des Sohnes Gottes glauben.
§ 68
Und daß er geschmäht und gepeinigt und zuletzt getötet wird, das erklärt Isaias folgendermaßen: „Siehe da, mein Sohn wird anerkannt und erhöht und sehr verherrlicht. So daß viele sich wundern über dich, so wird unansehnlich dein Angesicht unter den Menschen sein. Und viele Völker werden sich wundern und Könige 631werden ihren Mund schließen, denn sie werden schauen, denen von ihm nicht erzählt worden, und jene, welche nicht gehört hatten, werden zu Herzen nehmen. Herr, wer hat unserer Verkündigung geglaubt, und wem wurde offenbar der Arm des Herrn? Wir haben erzählt ihm gegenüber gleichwie ein Kind, wie ein Wurzelschoß in dürrem Land. Ansehen hat er nicht noch Herrlichkeit. Wir sahen ihn und er hatte kein Ansehen noch Schönheit. Sein Aussehen war vielmehr ohne Würde, geringer als das anderer Menschen. Ein Mensch in Schlägen und erfahren im Ertragen der Leiden, so daß abgewandt ist sein Antlitz. Er wurde mißachtet und nicht geschätzt. Dieser trägt unsere Sünden und unseretwegen wird er von Schmerzen gequält, und wir meinten, daß er den Schmerzen und den Schlägen und den Qualen verfallen sei. Und doch wurde er verwundet wegen unserer Missetaten., und gepeinigt wegen unserer Sünden. Die Züchtigung liegt zu unserem Frieden auf ihm, und durch seine Wunden wurden wir geheilt“. Durch diese Schilderungen ist verkündigt, daß er gepeinigt worden ist, wie auch David sagt: „Und ich habe gelitten“. David jedoch ist niemals gefoltert worden, aber Christus, als der Befehl zur Kreuzigung gegeben wurde. Und außerdem spricht sein Wort zu Isaias: „Meinen Rücken gab ich den Schlägen hin und meine Wangen den Streichen, und ich wandte mein Angesicht nicht ab von der Schmach der Bespeiung“. Dasselbe sagt auch der Prophet Jeremias also: „Er wird dem, der ihn schlägt, die Wange darreichen und überhäuft werden mit Beschimpfung“. Alles dieses hat Christus getragen.
§ 69
Darauf folgt bei Isaias nun dieser Ausspruch: „Durch seine Wunden sind wir alle geheilt worden. Wie Schafe waren wir abgeirrt. Ein jeder ging irr auf seinem 632Wege. Und der Herr gab ihn hin für unsere Sünden“. Also ist es offenbar, dass diese Leiden nach dem Willen des Vaters ihn trafen wegen unserer Erlösung. Hernach sagt er auch über sein Leiden: „Er tut seinen Mund nicht auf. Wie ein Schaf wird er zur Schlachtbank geführt, wie ein Lamm vor dem Scherer ist er stumm“. Siehe hier, wie er die Freiwilligkeit kundtut, mit der er in den Tod ging. Wo aber der Prophet sagt: „In Demut ward sein Gericht hinweggenommen“, so schildert er damit die Erscheinung seiner Demut. Infolge der Erscheinung seiner Niedrigkeit geschah die Wegnahme des Gerichts. Und die Wegnahme des Gerichts gereicht manchem zur Erlösung, manchem zum Verhängnis voll Qualen. Denn wo etwas weggenommen wird, da geschieht es zu des einen Gunsten und zu des andern Nachteil. So ist es auch beim Gericht. Diejenigen, über die es ergeht, diese müssen es tragen im Verhängnis ihrer Qualen, die aber, die mit ihm verschont wurden, sind dadurch erlöst worden. Somit haben diejenigen das Gericht auf sich geladen, welche ihn kreuzigten und, indem sie das taten, nicht an ihn glaubten. Denn durch dieses Gericht, das an ihnen genommen wurde, wurden sie von den Qualen ergriffen. Von denjenigen aber, welche an ihn glaubten, wurde das Gericht abgewälzt und sie unterliegen ihm nicht mehr. Und das Gericht, welches durch Feuer die Kleingläubigen in den Untergang stürzt, wird stattfinden am Ende der Welt.
§ 70
Nun schließt er den Ausspruch an: „Wer wird seine Abstammung erzählen?“ Uns davor zu bewahren, daß wir ihn wegen seiner Feinde und wegen der Qualen seiner Leiden verachten wie einen unbedeutenden 633und verächtlichen Menschen, ist das gesagt worden. Denn er, der dies alles ertragen hat, ist von unaussprechbarer Abkunft; mit seiner Abkunft ist ja der Ursprung seiner Wesenheit bezeichnet, und dieser ist sein Vater, der erhaben ist über alle Schilderung und Benennung. Erkenne also, von welcher Herkunft derjenige ist, der solche Leiden ertragen hat, und verachte ihn nicht wegen der Leiden; deinetwegen hat er sie nach geheimnisvollem Plan getragen; fürchte ihn vielmehr wegen seiner Herkunft.
§ 71
An einem andern Ort sagt ferner Jeremias: „Der Geist unseres Angesichts [ist] der Herr Christus, und wie wurde er in ihren Fallstricken gefangen, von dem wir sagten: Unter seinem Schatten wollen wir leben unter den Heiden.“ Daß Christus, obwohl er Gottes Geist ist, doch ein leidensfähiger Mensch werden sollte, das sagt die Schrift, Sie staunt und wundert sich gleichsam über seine Leiden, weil derjenige solche Leiden ertragen sollte, unter dessen Schatten wir leben zu wollenerklärten. Als Schatten bezeichnet sie hier seinen Körper. Denn wie der Schatten durch den Leib entsteht, so ist der Leib Christi durch seinen Geist geworden. Aber auch die Niedrigkeit und Verächtlichkeit seines Leibes deutet er zugleich durch das Wort Schatten an, denn wie der Schatten selbst der gerade aufrecht stehenden Leiber auf dem Boden liegt und getreten wird, so ist auch der Leib Christi zu Boden geworfen und durch seine Qualen gleichsam zertreten worden. Sie nennt aber auch den Leib Christi Schatten, weil er gleichsam der Schatten des Geistes voll Herrlichkeit geworden ist und diese verhüllt hat. Die Leute legten ja auch vielmal die von allerlei Krankheiten Geplagten beim Vorbeigehen Jesu an den Weg und diejenigen, über welche sein Schatten glitt, wurden gerettet.
§ 72
Derselbe Prophet sagt über die Leiden Christi ferner auch das Folgende: „Siehe, wie der Gerechte 634untergeht, und niemand nimmt es zu Herzen. Die gerechten Männer werden hinweggerafft, und niemand macht es Bedenken, weil im Namen [angesichts] der Gottlosigkeit die Gerechten der Vernichtung verfallen. Möge Frieden sein Grab sein, er ist hinweggenommen.“ Und welcher andere ist der vollkommen Gerechte als der Sohn Gottes, welcher diejenigen zur vollkommenen Gerechtigkeit führt, welche an ihn glauben und welche gleich ihm verfolgt und getötet werden? Der Ausspruch: „Möge Frieden sein Grab sein“, tut kund, wie er für unsere Erlösung starb; denn Frieden bedeutet soviel als Erlösung. Auch weist er darauf hin, daß diejenigen, welche zuvor als Feinde und Gegner einander gegenüberstanden, im gemeinsamen Glauben an ihn Frieden miteinander halten werden. Denn sie sollen durch den gemeinsamen Glauben an ihn Freunde und Geliebte werden, und sind es auch. Mit dem Worte: „er ward hinweggenommen“, deutet er seine Auferstehung von den Toten an. Da er nach seinem Begräbnis auch nicht mehr als Toter erschien, weil er durch seinen Tod und seine Auferstehung unsterblich bleiben sollte, sagt der Prophet: „Leben hat er erbeten und du gabst es ihm und die Dauer seiner Tage für immer und ewig“. Wozu aber sagt er doch: „Er hat Leben verlangt“, da er doch sterben sollte! Damit verkündigt er eben seine Auferstehung von den Toten und daß er einmal von den Toten auferstanden, unsterblich ist. Denn er hat das Leben erhalten, um aufzuerstehen, und die Dauer der Tage für immer und ewig, damit er unvergänglich sei.
§ 73
David tut auch wieder über den Tod und die Auferstehung Christi den Ausspruch: „Ich legte mich zur Ruhe und sank in Schlaf, ich bin erwacht, denn der Herr hat mich auf genommen. Diesen Ausspruch hat David nicht über sich selbst getan, denn er ist nicht aus dem Tode auferstanden. Wohl aber spricht der Geist Christi, wie er in anderen Propheten über sich redet, hier durch den Mund Davids: „Ich legte mich zur Ruhe 635nieder und sank in Schlaf, ich bin erwacht, denn der Herr hat mich aufgenommen.“ Den Tod nennt er Schlaf, denn er ist auferstanden.
§ 74
Über die Leiden Christi spricht David weiterhin das Folgende: „Weshalb sind die Heiden in Aufruhr und sinnen die Völker Eitles, die Könige treten auf auf Erden, und die Fürsten versammeln sich zum Rat gegen den Herrn und seinen Gesalbten“. Herodes, der König der Juden, und Pontius Pilatus, der Landpfleger des Kaisers Klaudius, sind ja nämlich zusammengetreten und haben ihn zum Kreuzestode verurteilt. Herodes hatte Angst, daß [Jesus] ein weltlicher König werden sollte [und verurteilte ihn], damit er nicht selbst durch ihn vom Königtum verdrängt würde. Pilatus aber wurde von Herodes und den Juden aus der Umgebung desselben gezwungen, ihn gegen seinen Willen dem Tode zu überliefern, indem sie ihn vor die Entscheidung stellten, ob er lieber dieses tue oder Feindseliges gegen den Kaiser unternehme, indem er einen Menschen rettete, der König genannt wurde.
§ 75
Und über die Leiden Christi sagt dann der gleiche Prophet: „Da hast uns verstoßen und verachtet, du hast deinen Gesalbten preisgegeben, den Bund meines Knechtes hast du gebrochen und seine Heiligkeit erniedrigt, da hast niedergerissen sein ganzes Gehege, du erschüttertest alle seine Bollwerke; die am Wege vorübergingen, haben ihn ausgeraubt, zum Gegenstand der Verachtung wurde er seinen Nachbarn. Du hast erhöht die Rechte seiner Bedränger and ließest seine Feinde über ihn triumphieren. Sein hilfreiches Schwert ließest du Luftstreiche machen und verweigertest ihm im Kriege den Beistand deiner Hand. Du hast ihn losgetrennt und 636ausgeschieden aus den Reihen der Reinen, seinen Thron zu Boden gestürzt. Abgekürzt hast du die Tage seiner Zeit und ihn mit Schmach übergossen“. Und daß er dies erleiden solle, und zwar mit dem Willen des Vaters, hat er offen bekundet; denn gemäß dem Willen des Vaters sollte er die Leiden übernehmen.
§ 76
Zacharias tut den folgenden Ausspruch: „Schwert, erhebe dich gegen meinen Hirten und den Mann, der mein Gefährte ist. Schlage den Hirten und die Schafe der Herde werden zerstreut werden“. Und dies erfüllte sich, als er von den Juden gefangen genommen wurde; denn dort verließen ihn alle seine Jünger, voll Furcht, mit ihm vielleicht sterben zu müssen. Selbst sie glaubten damals noch nicht fest an ihn, ehe sie ihn von den Toten auferstanden sahen.
§ 77
Ferner heißt es im Buch der zwölf [kleinen] Propheten: „Und sie brachten ihn gebunden dem König als Gabe dar“. Denn Pontius Pilatus war Landpfleger über Judäa und lebte damals in Feindschaft und Eifersucht gegen Herodes, den König der Juden. Da nun Christus gebunden vor Pilatus geführt worden war, sandte er ihn zu Herodes mit dem Anfügen, daß er ihn genau ausfragen könne nach allem, was er über ihn wissen wolle. So nahm er Christus zum gelegenen Anlaß, sich mit dem König zu versöhnen.
§ 78
Bei Jeremias verkündet er seinen Tod und sein Absteigen zur Hölle mit den Worten: „Und es gedachte der Herr, der Heilige Israels, seiner Toten, der zuvor im Staub der Erde Schlafenden; und er stieg zu ihnen hinab, um ihnen sein Heil zu verkünden und sie zu retten“. Hierselbst erfüllt er auch die Ursachen seines Todes. Denn sein Niedersteigen zur Hölle war das Heil der Abgeschiedenen.
§ 79
Über sein Kreuz tut ferner Isaias den folgenden Ausspruch: „Ausgespannt habe ich meine Hände den 637ganzen Tag nach einem unverständigen und widerspenstigen Volke“. Denn das ist des Kreuzes Zeichen. Und noch deutlicher sagt David: „Eng umringt haben mich jagende Hunde, eine Rotte von Bösewichtern hat mich umschlossen, sie haben meine Hände und Füße durchbohrt“. Überdies sagt er: „Mein Herz ist geworden wie zerfließendes Wachs in meinem Leibe und meine Gebeine haben sie auseinander gezerrt“. Und wiederum spricht er: „Errette mich vom Schwert und von der Klaue des Hundes meinen Leib, denn eine Rotte von Bösewichtern ist über mich gekommen“. In diesen Worten ist sein Gekreuzigtwerden klar und offen bezeichnet. Aber auch Moses hat dies schon so dem Volke verkündet: „Und dein Leben wird vor deinen Augen in Schwebe sein und du wirst erschrecken bei Tag und bei Nacht und nicht vertrauen auf dein Leben“.
§ 80
Wiederum sagt David: „Sie schauten auf mich, sie teilten unter sich meine Kleider und über mein Gewand warfen sie das Los“. Denn bei der Kreuzigung haben die Soldaten die Kleider zerteilt, wie es ihre Gewohnheit war, und die zertrennten Kleider verteilt. Weil aber das Gewand von oben fiel und nicht genäht war, warfen sie das Los über dasselbe, damit es dem gegeben wurde, auf den es fiele.
§ 81
Des weitern sagt noch der Prophet Jeremias: „Und sie nahmen die dreißig Silberlinge, den Preis, um den sie ihn von den Söhnen Israels gekauft hatten, und 638gaben sie zum Acker des Töpfers, wie mir der Herr befohlen hatte“. Denn Judas, der einer von den Jüngern Christi geworden war, hatte sich mit den Juden verabredet und mit ihnen, da er sah, daß sie Jesus töten wollten, sich verbündet, denn er war von Jesu gerügt worden. Er nahm also die dreißig Statermünzen dortigen Geldes und lieferte ihnen Christus aus. Nachher aber gab er, von Reue über seine Tat getrieben, den Führern der Juden das Geld zurück und erhängte sich selbst. Da nun jene es nicht für billig erachteten, dasselbe in ihre Opferkasse zu legen, denn es war ein Blutpreis, so kauften sie davon das Feldstück, welches einem Töpfer gehörte, zum Begräbnisplatz für die Fremdlinge.
§ 82
Und nachdem sie ihn ans Kreuz erhöht hatten, gaben sie ihm auf seine Bitte um etwas Trinkbares Essig mit Galle gemischt zu trinken. Auch dieses ist durch David verkündigt worden: „Sie gaben mir Galle zur Speise und in meinem Durst tränkten sie mich mit Essig“.
§ 83
Und daß er nach der Auferstehung von den Toten in den Himmel auffahren sollte, spricht David also aus: „Die Wagen Gottes sind unzählige, tausende sind die Lenker, der Herr in ihnen in Sina, im Heiligtum. Er ist zur Höhe aufgefahren, hat die Gefangenen weggeführt, er nahm und schenkte Gaben den Menschen“. Als Gefangenschaft bezeichnet er die Niederlage der abgefallenen Engel. Auch den Ort gibt er an, von wo er von der Erde zum Himmel 639auffahren sollte. „Denn der Herr“, sagt er, „ging von Sion in die Höhe.“ Denn auf dem Berge gegenüber Jerusalem, welcher Ölberg heißt, versammelte er seine Jünger und vermahnte sie dort scharf in Betreff des Himmelreiches und fuhr vor ihren Augen empor. Sie sahen, wie der Himmel sich öffnete und ihn aufnahm.
§ 84
Die gleiche Verkündigung tut David ein andermal: „Erhebet ihr Fürsten eure Tore, erhebet euch ihr Tore der Ewigkeit, und einziehen wird der König der Glorie“. „Die Tore der Ewigkeit“ sind nämlich der Himmel. Weil jedoch das Wort für das gewordene Wesen unsichtbar herabstieg, erkannten dieselben sein Niedersteigen nicht. So wie das Wort aber Fleisch geworden war, so stieg es auch in sichtbarer Weise in die Höhe. Und da ihn die Mächte sahen, haben die unteren Engel denen, welche in der Feste waren, zugerufen: „Erhebet eure Tore, und erhebt euch ihr Tore der Ewigkeit, damit der König der Glorie einziehe.“ Und als diese sich wunderten und sagten: „Wer ist dieser?“ da bezeugten jene, die ihn sahen, zum andernmal: „Der Herr machtvoll und stark, er ist der König der Glorie“.