Bei Montfaucon II. 309 ff.
Die Chrysostomusausgabe von Montfaucon enthält im zweiten Bande neun Predigten de poenitentia, von denen die fünfte hier übersetzt ist. Gehalten wurde dieselbe, wie sich aus ihren ersten Sätzen klar ergibt, unmittelbar vor der Fastenzeit, und zwar ohne Zweifel in Antiochien. Letzteres folgt schon aus der Erwähnung des „Vaters“ ( Kap. 5) d. i. des Bischofs. Denn so, wie es hier geschieht, konnte der Redner nur von seinem Bischof und nur vor seiner eigenen Erhebung zur bischöflichen Würde sprechen. — Die Schicksale des Propheten Jonas und die Bekehrung der Niniviten, — Das ist eigentlich das Hauptthema dieser kurzen, aber sehr anziehenden Predigt. Überdieß enthält sie ein beredtes Lob des Fastens.
Der Anfang der Fastenzeit soll uns mit Freude erfüllen; denn das Fasten bringt reichen Segen. Wie viel es bei Gott vermag, erhellt aus der Geschichte des Propheten Jonas. Sein 74 Fluchtversuch, seine Thorheit, seine Gewissensbisse, das schonende Verfahren der Schiffer, sein Aufenthalt im Bauche des Fisches, seine Predigt, das Fasten der Niniviten; Gott nimmt ihre Buße an. — Auch Daniel und die drei Jünglinge, die in den Feuerofen geworfen wurden, haben durch Fasten Gottes Wohlgefallen und ihre wunderbare Rettung gefunden. — Es ist sehr verkehrt, wenn man sich vor und nach der Fastenzeit der Unmäßigkeit hingibt.