Auch was Platon im Timäus zur Erklärung der Welt über den Sohn Gottes gesagt hat, wo es heißt: „Er bildete ihn im All wie ein Chi“, hat er in ähnlicher Weise dem Moses entlehnt. Denn in den Schriften des Moses steht geschrieben, daß in der Zeit, als die Israeliten aus Ägypten auszogen und in der Wüste waren, ihnen giftspritzende Tiere, Nattern, Vipern und Schlangen aller Art entgegentraten, die dem Volke den Tod brachten; da habe Moses auf Gottes Eingebung und Antrieb Erz genommen, daraus eine Art Kreuz gemacht, dieses auf dem heiligen Zelte aufgestellt und zum Volke gesprochen: „Wenn ihr dieses Bild anblickt und euer Vertrauen darauf setzt, werdet ihr Heilung finden“. Und darauf, so berichtet er, seien die Schlangen umgekommen, das Volk aber, so berichtet er weiter, sei so dem Tode entronnen. Das las Platon, und 128 da er es nicht recht verstand und glaubte, es sei nicht die Kreuzform, sondern die Chigestalt gemeint, so tat er den Ausspruch, die dem ersten Gott zunächst stehende Kraft sei im All wie ein Chi ausgebreitet. Auch wenn er einen Dritten nennt, so hat er das daher, daß er, wie schon gesagt, das Wort des Moses las, der Geist Gottes habe über den Wassern geschwebt. Denn den zweiten Platz weist er dem aus Gott stammenden Logos zu, von dem er sagt, daß er im All wie ein Chi ausgebreitet sei, den dritten aber dem Geiste, von dem es heißt, er schwebe über den Wassern, mit den Worten: „Die dritte Stelle aber für den Dritten“.
Höret nun auch, wie der prophetische Geist durch Moses einen Weltbrand vorherverkündigt hat. Er sprach nämlich: „Hinabsteigen wird ewigfressendes Feuer und wird fressen bis zum Abgrund hinunter“. Wir lehren also nicht dasselbe wie die übrigen, sondern alle andern sprechen nur das Unsrige nach. Und das kann man bei uns hören und lernen von solchen, die nicht einmal die Züge der Buchstaben kennen, von einfältigen und in ihrer Sprache rohen Menschen, die aber einen verständigen und guten Sinn haben, zum Teil auch von Krüppeln und Blinden; daraus kann man ersehen, daß es nicht menschlicher Einsicht entsprungen ist, sondern mit Gottes Kraft ausgesprochen wird.