Und nun kein Wort weiter über ihn, wenn er derselbe Paulus ist, der auch anderswo, im Briefe an die Galater, die Häresien zu den fleischlichen Sünden rechnet und der dem Titus angibt, daß er einen häretischen Menschen nach der ersten Zurechtweisung abweisen solle, weil ein solcher verkehrten Sinnes sei und sündige, wie einer, der sich selbst die Verdammung gesprochen hat. Indem er aber fast in jedem Briefe einschärft, man müsse die falschen Lehren fliehen, charakterisiert 312er damit die Häresien, deren Werke gerade in den falschen Lehren bestehen. Häresien heißen sie mit griechischem Ausdrucke, so genannt nach der „Wahl“, welche man mit besonderer Tragweite bei ihrer Aufstellung oder Annahme trifft. Daher sagt er auch vom Häretiker, er habe sich selbst verdammt, weil er sich nämlich auch das ausgewählt hat, worin er verdammt wird. Wir hingegen dürfen nichts nach unserem Gutdünken einführen und auch nicht einmal das annehmen, was irgendein anderer nach seinem Gutdünken eingeführt hat. Wir haben die Apostel des Herrn zu Gewährsmännern, welche nicht einmal selbst nach ihrem Gutdünken etwas auswählten, um es einzuführen, sondern welche die von Christus empfangene Lehre den Nationen getreulich überlieferten. Wenn daher auch ein Engel vom Himmel ein anderes Evangelium verkündigte, so würde er von uns verflucht werden. Schon damals sah der Hl. Geist voraus, daß in einer gewissen Jungfrau Philumene ein Engel der Verführung, der sich in einen Engel des Lichtes umgestaltete, wohnen werde, durch dessen Zeichen und Blendwerke verleitet Apelles eine neue Häresie eingeführt hat.