Dagegen aber hat es gewisse Philosophen dieser Welt gegeben, und sie suchten den Schöpfer durch das 21 Geschöpf, weil er durch das Geschöpf gefunden werden kann, indem der Apostel ganz klar sagt: „Das Unsichtbare an ihm wird seit der Erschaffung der Welt durch das, was geworden ist, erkennbar angeschaut; auch seine ewige Kraft und Gottheit, so daß sie unentschuldbar sind“. Und er fährt fort: „Denn obwohl sie Gott erkannt hatten“; er sagt nicht: Weil sie ihn nicht erkannt hatten, sondern: „Denn obwohl sie Gott erkannt hatten, so haben sie ihn doch nicht als Gott verherrlicht oder Dank gesagt, sondern wurden eitel in ihren Gedanken und ihr unverständiges Herz ward verfinstert“. Warum ward es verfinstert? Er sagt weiter noch bestimmter: „Denn für weise sich haltend, sind sie Toren geworden“. Sie sahen, wohin man kommen müsse, aber undankbar gegen den, der ihnen verlieh, was sie sahen, wollten sie sich selbst zuschreiben, was sie sahen, und stolz geworden, verloren sie, was sie sahen, und sie wandten sich zu den Götzen und Bildern und zum Dienste der Dämonen, um das Geschöpf anzubeten und den Schöpfer zu verachten. Aber das haben sie getan als solche, die bereits gestrauchelt waren; daß sie aber strauchelten, kam von ihrem Stolze; da sie aber stolz wurden, hielten sie sich für weise. Diese also, von welchen der Apostel sagt: „Obwohl sie Gott erkannt hatten“, sahen das, was Johannes sagt, daß durch das Wort Gottes alles geworden ist. Denn sowohl dies findet sich in den Büchern der Philosophen, als auch, daß Gott einen eingeborenen Sohn hat, durch welchen alles ist. Sie konnten das sehen, was ist, aber sie sahen es von ferne, sie wollten sich nicht an die Niedrigkeit Christi halten und doch würden sie in diesem Schiffe sicher zu dem gelangt sein, was sie von ferne zu sehen vermochten, und wertlos ward ihnen das Kreuz Christi. Man muß über das Meer, und du verachtest das Kreuz? O stolze Weisheit! Du verhöhnst den gekreuzigten Christus; er ist es, den du von ferne gesehen: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott“. Aber warum ist er gekreuzigt worden? Weil dir das Holz seiner Niedrigkeit nötig war. Denn von Stolz warst du aufgebläht 22 und weit von jenem Vaterlande verstoßen; und durch die Fluten dieser Welt ist der Weg unterbrochen, und es ist keine Möglichkeit, zum Vaterland hinüber zu gelangen, außer du werdest vom Holze (des Kreuzes) getragen. Du Undankbarer, du verhöhnst den, der zu dir gekommen ist, damit du zurückkehrest. Er ist der Weg geworden, und zwar durch das Meer. Darum wandelte er auf dem Meere, um zu zeigen, daß es einen Weg gibt auf dem Meere. Aber du, der du nicht wie er auf dem Meere wandeln kannst, laß dich tragen vom Schiffe, laß dich tragen vom Holze; glaube an den Gekreuzigten und du wirst zum Ziele gelangen können. Deinetwegen ist er gekreuzigt worden, um Demut zu lehren, und weil er, wenn er so käme wie Gott, nicht anerkannt würde. Denn wenn er so käme wie Gott, käme er nicht für diejenigen, welche Gott nicht sehen konnten. Denn nicht nach seiner Gottheit kam oder ging er, da er allgegenwärtig ist und von keinem Raum begrenzt wird. Aber als was kam er? Als Mensch erschien er.