Wer sitzt zur Rechten des Vaters? Der Mensch Christus. Denn nach seiner Gottheit ist er immer bei dem Vater und aus dem Vater, und als er zu uns kam, hat er den Vater nicht verlassen. Gott sein heißt ja überall ganz 445 sein. Ganz ist also der Sohn beim Vater, ganz im Himmel, ganz auf Erden, ganz im Schooße der Jungfrau, ganz am Kreuze, ganz in der Hölle und ganz im Paradiese, wohin er den Räuber geführt hat. Wir sagen nicht, daß er zu verschiedenen Zeiten oder an verschiedenen Orten jedesmal ganz sei, so daß er jetzt dort und ein ander Mal anderswo ganz wäre, sondern, daß er immer und überall ganz sei. Denn Gott hat dem Sonnenlichte, das wir mit unsern Augen sehen, die Eigenschaft verliehen, daß es zugleich überall ganz sei; denn wenn es hier ist, so ist es auch im Oriente und in andern Erdtheilen, und zwar ist es überall und in Allem ganz, erfüllt die Augen Aller und bleibt selbst unversehrt. Wenn das ein Geschöpf kann, wie viel mehr der Schöpfer selbst! Der Umstand, daß es heißt, der Sohn sitze zur Rechten des Vaters, zeigt, daß gerade der Mensch, den Christus angenommen hat, die Richtergewalt empfangen habe.