Es folgt im hl. Symbolum, daß wir den ganzen Gegenstand unsers Glaubens und unserer Hoffnung im ewigen Leben empfangen. Das ewige Leben wird, Geliebteste, nie werthlos und bleibt immer süß. Wenn man das Leben liebt, warum sucht man nicht das wahre? Wenn man das Leben liebt, so suche man ein solches, das kein Ende hat! Und wenn man es liebt, warum sucht man es nicht? Oder wenn man es sucht, warum eilt man, da es hienieden nicht gefunden werden kann, nicht an jenen Ort, wo es ist? Hat sich denn nicht das Leben selbst von freien Stücken bei uns eingeführt? Denn Christus ist der wahre Gott und das ewige Leben. Er kam zu uns Verlorenen und kaufte uns, als wir gefunden waren; er kam hieher in das Land der Sterblichen, und er selbst, das wahre Lehen, ließ uns seinen Geschmack verkosten; wir kosteten und sahen, daß er süß ist. Er ging uns voraus und hat uns zu seiner Nachfolge eingeladen; und wir fürchten uns, ihm zu einem so großen Gute zu folgen, dessen Süßigkeit wir gekostet haben? Das Leben kam zu dir, erwidere ihm den Besuch und geh auch du zu ihm. Er ist in das Fahrzeug des Todes getreten, um durch seine Hinüberfahrt dich zu befreien; nimm auch du den Tod auf dich, um bei deiner Ankunft von ihm so aufgenommen zu werden, daß du niemals sterbest. 480