Augustinus von Hippo · Sermo de symbolo ad catechumenos · Buch 4 · Kapitel 1.2
Die Wiedergeburt durch die Kirche ist im Gegensatze zur Geburt Evas eine freudige. Der alte Drache bereitet uns wie den Stammeltern Nachstellungen; aber er kann uns nicht schaden, wenn wir nach unserer Abschwörung nur Gott anzugehören trachten. (c. 1.)
Zur Erlangung des Heiles ist der Glaube nothwendig; denn nur durch das Glauben gelangen wir zur Anschauung des unsterblichen und unsichtbaren Königes, der die ganze Welt regiert. Auch Moyses hat ihn nicht mit Leibesaugen gesehen, sondern nur den Rücken Gottes, d. i. Christus im Geiste geschaut. (2 u. 3.)
Christus wurde wunderbar von einer Jungfrau geboren und schon in seiner Kindheit als der Sohn Gottes kund gegeben. Durch sein Kreuz und Leiden zeigte er uns, daß man das Irdische verachten müsse, um das Himmlische zu gewinnen, während der Teufel umgekehrt irdische Verheissungen macht. Nach seinem nahrhaft ehrenvollen Tode stand er als Gegenstück des Propheten Jonas am dritten Tage auf und wurde uns zum Vorbilde auch als Mensch in den Himmel aufgenommen und mit Macht bekleidet. Am Ende der Tage kommt er als Richter, um seine 456 Feinde zu beschämen und die Lebenbigen und die Gestorbenen, die Guten und die Bösen zu richten. (4—8).
Der hl. Geist hat dieselbe göttliche Würde wie der Vater und der Sohn, was die Häretiker mit Unrecht bestreiten.
Die Taufe tilgt jede Sünde und erneuert den Menschen. Beim Tode des Menschen zerfällt wohl die gebrechliche Hütte seines Leibes, aber seine Seele wird durch die Auferstehung eine bessere Wohnung erhalten und im ewigen Leben, in Christus dem Herrn, sich ewig erfreuen. Zum ewigen Leben gelangt der Mensch durch die Kirche; denn er kann Gott nicht zum Vater haben, wenn er die Kirche nicht zur Mutter hat. Obgleich die Kirche die allein berechtigte Braut Chrsti ist, wird sie doch zeitweilig von der Magd der Häresie mißhandelt, bis die Langmuth des Bräutigames erschöpft ist. (10—13.)