Ich glaube an den heiligen Geist. Der hl. Geist ist Gott, nicht geringer als der Vater und der Sohn, sondern eine Majestät, eine Macht, eine unzertrennliche Dreiheit, eine untheilbare und zugleich überall ganze Heiligkeit. Gott Vater, Gott Sohn und der hl. Geist sind nicht drei Götter, sondern die Dreiheit ist ein Gott. Der Sohn ist vom Vater weder zeitlich verschieden, da er das ewige Wort des Vaters ist, noch ist der Vater größer als der Sohn, weil Gott einen sich Gleichen zeugte, einen zeitlosen Gott, durch den er die Zeiten gemacht hat. Auch der hl. Geist ist nicht kleiner als der Vater und der Sohn, weil er die Liebe und Eintracht des Vaters und des Sohnes ist. Wie soll der Sohn nach der Behauptung eines häretischen Arianers kleiner sein als der Vater, da ihn der Apostel „Gottes Kraft und Gottes Weisheit“ nennt? Wenn der Sohn die Kraft und die Weisheit des Vaters ist, so fügt Derjenige, welcher ihn kleiner nennt, dem Vater Schmach zu, indem er behauptet, er habe eine kleinere Weisheit und eine schwache Kraft in sich. Oder wie nennt er den hl. Geist noch kleiner als 477 den Sohn, da der Apostel die Glieder Christi zum Tempel des hl. Geistes macht? Er sagt: „Ihr seid Christi Leib und Glieder;“ und an einer andern Stelle: „Wisset ihr nicht, daß euere Glieder ein Tempel des hl. Geistes sind, der in euch ist?“ Soll der nicht Gott sein, der einen Tempel hat, oder soll er kleiner als Christus sein, da er dessen Glieder zum Tempel hat? Dort gibt es keine Abstufungen, wo eine Dreiheit und eine dreifache Ewigkeit ist; wer verschiedene Abstufungen annimmt, der trennt sich selbst von der Einheit. Warum. Arianer, brüstest du dich mit dem Besitze der Wahrheit, während dich der schlimme Irrthum von der katholischen Lehre scheidet und dich zum Häretiker erklärt, dich von der Gemeinschaft des ganzen Erdkreises trennt und in eine Ecke verbannt hat? Hütet euch, Brüder, vor den Lehren der Häretiker als vor Nachstellungen der Wölfe! Schafe Christi! Höret die Stimme eures Hirten! Er sagt: „Wer zur Thüre in den Schafstall eingeht, der ist der Hirt; wer aber anders woher einsteigt, der ist ein Dieb und Räuber.“ Hütet euch vor den Dieben und Räubern! Der Hirte hört nicht auf zu rufen; denn er läßt seine Hunde nicht schweigen. Kein Schaf trenne sich vom höchsten Hirten, um nicht selbst sich als Beute des schlechtesten Räubers, des Wolfes, anzubieten.