Von dannen er kommen wird. Von wem wird erwartet, daß er kommen werde die Lebendigen und die Todten zu richten, als von demjenigen Menschen, der sich würdigte, für uns am Kreuze zu hangen? Die Ankunft des angenommenen Menschen wird erwartet. In seiner Eigenschaft als Gott gleichen Wesens wie der Vater richtet er immer und ist immer gegenwärtig; aber er wird als unser Erlöser in derjenigen Gestalt, in welcher er aufgenommen wurde, erscheinen, um die Weissagung des Propheten Zacharias zu erfüllen: „Sie werden sehen, wen sie geschlagen haben.“ Die Juden werden also den immer herrschenden Gottmenschen sehen, den sie verläugnet und bei seinem Tode aufgegeben haben. Er, der kommen wird, die Todten zu erwecken, wird die in der Seele Todten richten. Dieser Ausspruch wird auf zwei Arten aufgefaßt: Die Lebendigen und die Todten in der Seele oder die Lebendigen und Todten im Leibe. Nach der ersten Auffassung wird er die in der Seele lebendigen Gläubigen und die in der Seele todten Ungläubigen richten; nach der zweiten Auffassung wird er die im Fleische Lebendigen richten, die er bei seiner Ankunft noch am Leben trifft, und die im Fleische Gestorbenen, die er, der erhabene Gott, auferwecken wird. Wir wollen es vorziehen, Geliebteste, daß seine Ankunft uns lebendig in der Seele findet, nicht in Folge der Sünde Leib und Seele zugleich 476 von ihm verdammt werde. Das Ende der Welt steht sehr nahe bevor, und wenn es, wie Einige glauben, nicht nahe bevorsteht, so ist doch der letzte Tag eines jeden Einzelnen ungewiß. Was zögern wir zum seligen Leben zu gelangen? So lange es Zeit ist, wollen wir uns bessern und uns bekehren, wir wollen eine gute Sache haben, um den künftigen Tag des Gerichtes nicht zu fürchten!