Dieser Tag (der Geburt Christi) gleicht daher dem ersten Schöpfungstage ganz und gar nicht. An jenem (dem ersten Schöpfungstage) wurden die Geschöpfe gebildet; an diesem (dem Geburtstage Jesu) ward die Erde erneuert und gesegnet um Adams willen, dessentwegen sie einst verflucht worden war. Eva und Adam brachten durch Sünden den Tod in die Welt; ihr (der Welt) Herr aber gibt uns durch sie aus Maria neues Leben. Der Böse entleerte sein Gift durch die Schlange in Evas Ohr; der Gute aber neigte seine Erbarmung herab und ging durch das Ohr Maria’s hinein. Durch das nämliche Thor, durch welches der Tod eindrang, trat auch das Leben ein, das den Tod tödtete. Ihn, den die Cherubim tragen, trugen Maria’s Arme. Gott, den das All nicht umfaßt, den war Maria zu tragen im Stande. Der König, vor dem die Wächter (Engel), diese feurigen 57 Geisterwesen erzittern, liegt am Busen der Jungfrau, und sie umfängt ihn liebkosend als ein Knäblein. Die Himmel sind der Thron seiner Herrlichkeit, und er sitzt auf Maria’s Knieen. Die Erde ist seiner Füße Schemel, und er trippelt auf ihr als Knäblein herum. Seine hohle Hand mißt den Staub, und er geht als Knabe darauf herum.